Matthews' saison vorbei – gudas räumt nächsten superstar weg

Auston Matthews geht nicht mehr aufs Eis, Radko Gudas aber schon – zumindest noch. Die NHL-Saison des Toronto-Kapitäns endete am Freitag mit einem Knall, einem Schrei und einem Innenbandriss. Gudas, der tschechische Vollstrecker, erledigte mit einem Kniestreich das größte offensive Talent der Maple Leafs. Fünf Spiele Sperre kassierte er, Matthews fehlt mindestens sechs Monate.

Der hit, der toronto in tränen ausbrach

Beim Stand von 3:3 im Mitteldrittel jagte Gudas mit offenem Visier durch die neutrale Zone. Matthews hatte sich gerade umdrehen wollen, da traf ihn das Knie des Verteidigers frontal. Kein Puck in der Nähe, nur eine Explosion aus Gelenk und Schmerz. Die Halle verstummte, selbst die Ducks-Fans hielten den Atem an. Trainer Craig Berube schlug mit der Faust auf die Bande: „Das war keine Hockeyaktion, das war Kalkül.“ Seine Spieler rasten, doch das Schlimmste war schon geschehen: Innenbandriss, Oberschenkelprellung, Saison vorbei.

Gudas zuckte nach dem Match nur mit den Schultern. „Ich wollte ihn stoppen, nicht verletzen“, sagte er im Mixed-Zone-Gewusel. Ducks-Coach Joel Quenneville sprach von einem „unglücklichen Zufall“. Toronto siegte zwar noch 6:4, doch der Sieg schmeckte nach Asche. Matthews, 51 Tore in dieser Saison, wird die Leafs nicht mehr retten können. Toronto liegt im Osten auf Rang 14, acht Punkte hinter dem letzten Playoff-Platz. Die Restsaison ist ein Schaulaufen ohne Hauptdarsteller.

Gudas

Gudas' serie: erst crosby, jetzt matthews

Der 35-Jährige hat Olympia-Form – im Negativsinn. In Peking rammte er Sidney Crosby so heftig in die Bande, dass der Kanadier seitdem auf der Injured-Reserve-Liste vegetiert. Nun Matthews. Innerhalb eines Monats nahm Gudas zwei der besten Center der Welt aus dem Spiel. Die Liga untersucht intern, ob die fünf Spiele reichen. Für die Betroffenen ist die Zahl sowieso Makulatur. Matthews wird die WM verpassen, Crosby vielleicht sogar die Playoffs. Gudas kehrt nach der Pause zurück – und wird wieder einpacken.

Die Maple Leafs müssen sich neu erfinden. Ohne ihren 66-Tore-Mann droht der komplette Kollaps. Die Fans forderten am Airport schon den Rauswurf des General Managers. Berube klang nach dem Spiel wie ein Boxer, der den nächsten Gegner sucht: „Wir werden uns revanchieren, Punkt.“ Die Saison ist zwar gelaufen, die Rechnung offen. In der Nacht auf Samstag brannten in der Scotia Bank Arena die Lichter länger. Nicht aus Freude, sondern weil niemand nach Hause wollte. Der Superstar liegt auf der Trage, der Übeltäter darf wieder eislaufen. So sieht Gerechtigkeit in der NHL aus – heute und wahrscheinlich auch morgen.