Schock in ried: dfb-elf verpasst wichtigen sieg!
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat in Österreich eine erschütternde Vorstellung gezeigt und mit 0:0 Punkten die Chance verpasst, die Tabellenführung in der WM-Qualifikation zu festigen. Nach dem deutlichen 5:1-Erfolg gegen Schweden schien der Wind günstig zu wehen, doch in Ried offenbarte das Team von Christian Wück deutliche Schwächen und ließ einen wichtigen Sieg liegen.
Bundestrainer wück: von kritik zu sanfter analyse
Noch vor wenigen Tagen hatte Wück nach dem souveränen Sieg in Nürnberg seine Mannschaft scharf kritisiert – ein Vorgehen, das auf der einen Seite verständlich war, um die Spieler wachzurütteln, auf der anderen Seite aber auch für Irritationen sorgte. In Österreich wählte der Bundestrainer dann einen völlig anderen Ansatz. Anstatt offene Konfrontation suchte er die sanfte Analyse, lobte die Österreicherin für ihre defensive Stabilität und versuchte, das Positive in einem insgesamt enttäuschenden Spiel zu sehen. „Man muss anerkennen, dass die Österreicherinnen es uns in der Defensive sehr schwer gemacht haben“, erklärte Wück nach dem Spiel.
Die Leistung der deutschen Mannschaft war jedoch kaum in positive Bahnen zu lenken. Nur vier Torschüsse im gesamten Spiel – das ist eine erschreckend geringe Ausbeute gegen eine Mannschaft, die in der Vergangenheit stets als vermeidbarer Gegner galt. Larissa Mühlhaus, die überraschend in der Startelf stand, bemühte sich zwar, die Stimmung aufzuhellen: „Wir haben unser Bestes gegeben und uns einen abgeackert.“ Doch die Worte der jungen Debütantin konnten die bittere Wahrheit nicht verschleiern: Die DFB-Elf fand an diesem Abend schlichtweg nicht zu ihrem Spiel.
Ein weiteres Manko war das schwache Passspiel, wie von Sjoeke Nüsken treffend festgestellt: „Bei uns fehlte die Qualität im Passspiel, die Dynamik ohne und mit Ball.“ Nüsken, trotz der Enttäuschung, bewahrte eine gewisse Gelassenheit: „Wir sind trotzdem immer noch Tabellenerster.“ Eine Aussage, die angesichts der nun nur noch ein Punkt bestehenden Differenz zu Norwegen – das in Slowenien einen knappen 3:2-Sieg errang – jedoch wenig tröstlich klingt.
Am 5. Juni steht in Köln das vermeintliche Endspiel gegen Norwegen an. Ob Linda Dallmann dann in der Startelf stehen wird, bleibt abzuwarten. Wück hatte sie zwar in der Vergangenheit gelobt und als Schlüsselspielerin bezeichnet, doch die Entscheidung, Mühlhaus aufzustellen, deutet auf eine taktische Neuausrichtung hin.
„Wir sind ein bisschen zu spät wach geworden“, gab Routinierin Dallmann zu. „Aus solchen Spielen lernt man enorm viel.“ Auch das trübe Rasenbild in Ried soll ihren Teil zum schwachen Auftritt beigetragen haben – eine Erklärung, die jedoch nicht als Ausrede dienen darf. Denn wie Wück selbst nach dem Spiel betonte: „Sondern dass wir die Treppenstufe, die wir vielleicht schon erklommen hatten, jetzt wieder heruntergefallen sind.“

Die bittere wahrheit: nur noch ein punkt vorsprung
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Der verpasste Sieg in Österreich hat die WM-Qualifikation in ein dramatisches Finale verwandelt. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die DFB-Elf die Kurve bekommt und sich die Fahrkarte zur Weltmeisterschaft sichern kann.
