Schock in nordamerika: deutschland scheitert an paraguay – was jetzt passiert?

Die deutsche Nationalmannschaft ist raus. Nach einer dramatischen Neuauflage des Debakels von 2018 scheiterte das DFB-Team im Sechzehntelfinale der WM 2026 an Paraguay im Elfmeterschießen (4:5 n.E.). Ein frühes Aus, das viele Fragen aufwirft und die Zukunft des Teams unter Julian Nagelsmann in Frage stellt.

Die abwehr: ein anachronismus

Die Defensive war schon vor dem Turnier ein Problem, und gegen Paraguay offenbarte sie ihre Schwächen in all ihren Facetten. Die Zuordnung beim 0:1 von Enciso war amateurhaft, und die Geschwindigkeitsprobleme auf der rechten Außenbahn, insbesondere mit Joshua Kimmich in dieser Rolle, waren offensichtlich. Es war, als ob wir uns in einer vergangenen Ära des deutschen Fußballs wiederfanden – einer Zeit, in der die Abwehrkette ein Rätsel für sich war.

Kimmichs rolle: ein taktischer fehler

Kimmichs rolle: ein taktischer fehler

Julian Nagelsmanns Entscheidung, Joshua Kimmich auf die rechte Verteidigerposition zu stellen, war ein schwerwiegender Fehler. Der Kapitän, der normalerweise das Herzstück des Mittelfelds bildet, wurde seiner Stärke beraubt. Die fehlende Stabilität und Inspiration in der Zentrale waren direkte Folgen seiner Versetzung. Es ist schwer zu verstehen, warum der Bundestrainer auf eine so unorthodoxe Lösung setzte, anstatt bewährte Spieler wie Waldemar Anton oder Malick Thiaw in der Innenverteidigung einzusetzen.

Wirtz und musiala: schatten ihrer selbst

Wirtz und musiala: schatten ihrer selbst

Die beiden Shootingstars des deutschen Fußballs, Florian Wirtz und Jamal Musiala, konnten bei diesem Turnier ihre Klasse nicht zeigen. Musiala erzielte zwar im ersten Spiel ein Tor, aber danach wirkten beide Spieler blass und wenig inspiriert. Die Formkrise, die sie seit geraumer Zeit plagt, machte sich auch in Nordamerika bemerkbar. Ohne ihre spielmacherischen Qualitäten und ihre Kreativität war die Offensive des DFB-Teams schlichtweg zu wenig.

Unnötige debatten und verpasste chancen

Unnötige debatten und verpasste chancen

Die Diskussion um Manuel Neuer's Rückkehr ins Tor lenkte vom eigentlichen Sport ab. Nagelsmanns Umgang mit der Torwartfrage und seine generelle Kommunikationsweise schufen eine unnötige Belastung für die Mannschaft. Auch die Verpflichtung von Deniz Undav im Frühjahr und seine anschließende Degradierung zeugen von einer fehlenden taktischen Klarheit. Statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sorgte Nagelsmann für unnötige Nebenkriegsschauplätze, die der Mannschaft Kraft kosteten.

Die Enttäuschung ist groß, die Zukunft ungewiss. Julian Nagelsmann steht vor seiner größten Herausforderung. Ob er die notwendigen Schlüsse aus diesem Debakel ziehen kann, wird sich zeigen. Die deutsche Fußball-Gemeinde muss sich nun fragen: Wo liegt der Kern des Problems? Und wie kann man verhindern, dass sich eine ähnliche Katastrophe wiederholt?