Lipowitz: angriffslust auf der tour de france – ist das jahr 2026 sein durchbruch?
Florian Lipowitz, der Überraschungsmann der letzten Tour de France, kehrt zurück. Nach seinem sensationellen Podestplatz im Vorjahr gilt er nun als ernstzunehmender Anwärter auf den Gesamtsieg – ein Ziel, das ihn und sein Team Red Bull-Bora-hansgrohe vor neue Herausforderungen stellt.
Ruhe in den alpen, fokus auf frankreich
Bevor der geballte Wahnsinn in Frankreich beginnt, suchte Lipowitz in den Stubaier Alpen nach Ruhe und Konzentration. Gemeinsam mit seiner Freundin Antonia Weeger nutzte er die Zeit im privaten Trainingslager in Kühtai, um den Kopf freizubekommen und die letzten Feinheiten auf dem Rad zu perfektionieren. Denn ab Samstag, beim Grand Départ in Barcelona, zählt es wieder richtig.
Die Erwartungen sind dieses Jahr immens. Lipowitz selbst hat das in einem Interview mit der „Welt“ betont: „Man will sich beweisen, dass man die Leistung wiederholen oder sich gar verbessern kann.“ Nach der Enttäuschung des letztjährigen Sturzes vor zwei Wochen gilt er nun als noch entschlossener und reifer.

Evenepoel als frontmann, lipowitz als wingman?
Mit dem zweifachen Olympiasieger Remco Evenepoel hat Lipowitz nun einen prominenten Teamkollegen an seiner Seite. Ralph Denk, Teamchef von Red Bull-Bora-hansgrohe, sieht Evenepoel als den „Frontmann“ und Lipowitz als einen „Wingman“. Eine interessante Konstellation, die sowohl Chancen als auch Konfliktpotenzial birgt. Sollte Evenepoel frühzeitig in Schwierigkeiten geraten, könnte er in der entscheidenden Phase der Tour als Edelhelfer für Lipowitz fungieren – eine Unterstützung, die dieser gewiss gut gebrauchen kann, angesichts der Spitzklasse im diesjährigen Feld.
Die Konkurrenz schläft nicht: Neben den etablierten Stars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard hat sich auch das französische Wunderkind Paul Seixas als ernstzunehmender Herausforderer herauskristallisiert. Sein beeindruckender Frühling deutet auf eine starke Form hin, auch wenn sein Durchhaltevermögen über drei Wochen noch ungewiss ist.
Lipowitz selbst zeigt sich optimistisch: „Der Sprung zu Vingegaard ist nicht mehr so groß,“ meint er selbstbewusst. Und schickt mit einem Augenzwinkern eine kleine Kampfansage an Pogacar: „Er ist der kompakteste Fahrer, den man sich vorstellen kann, und fast unmöglich zu schlagen. Aber eben nur fast.“
Die Südwest-Athleten, darunter Georg Steinhauser, Pascal Ackermann und Felix Engelhardt, werden die Tour de France 2026 mit Spannung verfolgen. Die Frage ist: Kann Lipowitz die Erwartungen erfüllen und den ersten deutschen Toursieg seit Jan Ullrich 1997 feiern? Die Antwort liefert die Straße.
