Atlanta '96: ein déjà-vu für das spanische olympische komitee

Die Luft im spanischen Olympischen Komitee war am Dienstag förmlich zum Schneiden – nicht nur wegen der Hitze. Ein Mantra schallte durch die Räume: „Ist ja wie immer“ oder „Nichts Neues unter der Sonne“. Diese Feststellung, geteilt von Santiago Deó, dem Präsidenten des spanischen Hockeyverbandes und einst internationaler Schiedsrichter, fasste die Stimmung nachdenklich zusammen.

Die erinnerung an atlanta: bronze für die männer, achtplatz für die frauen

Die erinnerung an atlanta: bronze für die männer, achtplatz für die frauen

Die Rückschau auf die Olympischen Spiele von Atlanta 1996, jene Spiele, die von der Bombe im Centennial Olympic Park, Michael Johnsons Weltrekord und Kerri Strugs Heldentat überschattet wurden, war ein bittersüßer Moment. Für den spanischen Hockeyverband waren sie ein Glücksfall: Die Herren sicherten sich die Bronzemedaille, die Damen beendeten das Turnier auf dem achten Platz und errangen damit das letzte Diplom. Doch die Spiele waren mehr als nur sportliche Erfolge. Alejandro Blanco, der Gastgeber, erinnerte eindrücklich daran, dass diese Spiele eine Bestätigung waren – „von dem, was in Barcelona passiert war“.

62 Prozent der spanischen Männer erreichten die Top Acht, 51 Prozent der Frauen schafften es unter die ersten Acht. Eine beeindruckende Leistung, die den hohen Stellenwert des spanischen Sports unterstrich. Über hundert Athleten aus 19 Sportarten, darunter Legenden wie Miguel Indurain und Arantxa Sánchez Vicario, versammelten sich im Gebäude von Hortaleza, um diese Erinnerungen zu teilen. Die Atmosphäre war geprägt von Umarmungen, Anekdoten und dem gemeinsamen Erleben historischer Momente – wie zum Beispiel das Handballspiel um die Bronzemedaille gegen Frankreich (27:25), dessen Details von Demetrio Lozano, Rafa Guijosa, Alberto Urdiales und dem umstrittenen Iñaki Urdangarín lebhaft wiedergegeben wurden. Die legendäre Zeitlupen-Einlage von Juan de Dios Román, unterbrochen von Talant Duishebaevs genialem Pass, wurde natürlich auch nicht vergessen: „Schick es mir einfach zu, und das passt schon“, soll der zentrale Spieler damals gesagt haben.

Die Ehrung jedes Athleten – ob Medaillengewinner oder nicht – verdeutlichte die demokratische Ausrichtung der Olympischen Spiele. Miguel Indurain, der seinen Triumph im Zeitfahren feierte, erinnerte sich, dass er und seine Teamkollegen nur 50 Kilometer von der Stadt entfernt trainierten und die Spiele kaum miterleben konnten. „Wir konnten nur den Marathon sehen. Es gab einen sehr harten Anstieg im Kurs“, so Indurain. Sein Sieg, der später sein letzter großer Erfolg sein sollte, war ein einzigartiger Moment in der spanischen Sportgeschichte, gekrönt durch eine Silbermedaille für Abraham Olano.

Auch Arantxa Sánchez Vicario, nunmehr eine bekannte Persönlichkeit im Pickelball, nutzte die Gelegenheit, um jungen Talenten wie Jodar ihre Unterstützung zu versichern. Fermín Cacho, der sich von seinem gesundheitlichen Rückschlag erholt hat, wies darauf hin, dass seine Rennen von heute wahrscheinlich VAR-würdig wären, insbesondere der Vorfall mit Morcelis Fuß, der El Guerrouj stolpern ließ. „Dieser Tag ist wie im Flug vergangen“, resümierte er.

Es sind nunmehr drei Jahrzeite vergangen, doch die Erinnerungen an Atlanta bleiben lebendig. Die Veranstaltung bot auch die Gelegenheit, über die zweiten Chancen im Leben nachzudenken. Pepote Ballester, der mittlerweile in Mexiko lebt; Pedro García Aguado, ein vorbildlicher Trainer; Julia Vaquero, die ihre Depressionen überwunden hat und ein Buch veröffentlichen wird; und sogar Iñaki Urdangarín, dessen Memoiren überraschend erfolgreich waren, waren unter den Anwesenden.

Trotz des Verlaufs der Zeit sind einige Athleten, allen voran Ernesto Pérez Lobo (Silbermedaille), Almudena Cid und Tania Lamarca, die als jüngste Athletin im spanischen Team in Athen triumphiert hat, in hervorragender Form geblieben. „Wir sehen uns in zehn Jahren“, sagten einige Teilnehmer. „Und wenn es dann zufällig in Madrid stattfindet, umso besser“, fügten die Optimisten hinzu. Die Wahrscheinlichkeit scheint jedoch eher bei Qatar oder Indien zu liegen.