Schock in lübeck: harms geht, abbe tritt zurück!
Der VfB Lübeck erlebt turbulente Zeiten: Nur wenige Tage vor Saisonende haben sich der Verein und Sportvorstand Sebastian Harms im beiderseitigen Einvernehmen getrennt. Gleichzeitig legte Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Abbe sein Amt nieder. Ein doppelter Rückschlag, der den Regionalligisten vor eine enorme Herausforderung stellt, insbesondere angesichts der laufenden Ausgliederung des Profibereichs.
Neuausrichtung der führungsstruktur
Die Entscheidung für die Trennung von Harms fällt in eine Phase des Umbruchs beim VfB Lübeck. Die Ausgliederung des Profibereichs in eine GmbH soll eine engere Verzahnung von sportlicher und betriebswirtschaftlicher Verantwortung ermöglichen. „In der neuen Aufstellung verändert sich der Zuschnitt der sportlichen Leitung grundlegend“, so der Verein in einer Erklärung. Ob diese Neuausrichtung nun auch die sportlichen Ergebnisse verbessern kann, bleibt abzuwarten.
Harms blickt auf viereinhalb Jahre in der Hansestadt zurück, die er mit „Demut und Dankbarkeit“ betrachtet. Drei Pokalsiege, der Aufstieg in der Meistersaison und die Rettungsaktion im finanziellen Bereich sind ihm besonders in Erinnerung geblieben. Doch auch schwierige Zeiten gehörten dazu. Seine Abgangsrede unterstreicht den Respekt, der zwischen den Parteien besteht: „Die Trennung ist uns nicht leichtgefallen. Wir haben sie gemeinsam in gegenseitigem Respekt mit Sebastian Harms vereinbart.“

Abbes rücktritt: persönliche gründe
Die Entscheidung von Carsten Abbe, sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender niederzulegen, beruht auf persönlichen Gründen. „Die notwendigen Umstrukturierungen und insbesondere die geplante Ausgliederung verlangen nach einem Aufsichtsratsvorsitzenden, der dem Verein mit voller Kraft, uneingeschränkter Präsenz und dem erforderlichen zeitlichen Einsatz zur Verfügung stehen kann“, erklärte Abbe. „Aufgrund einiger aktueller Veränderungen in meinem Leben sowie aus gesundheitlichen Gründen kann ich dies derzeit leider nicht in dem Maße leisten, wie es der Verein verdient.“
Diese Personalrochade im Führungsebene des VfB Lübeck wirft viele Fragen auf. Kann der Verein die notwendigen Weichen für die Zukunft stellen, ohne dass die sportliche Entwicklung darunter leidet? Die Antwort wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Der Verein steht nun vor der Aufgabe, schnell neue Führungspersönlichkeiten zu finden, die den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen und den Verein stabilisieren können. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Umbruch den VfB Lübeck letztendlich stärken oder schwächen wird.
