Kayombo rettet sturm – und schießt über seine rolle!
Salzburg – Ein Last-Minute-Tor, das mehr als nur einen Punkt bedeutet: Axel Kayombo katapultierte den SK Sturm Graz mit seinem ersten Bundesliga-Treffer der Saison in Salzburg zurück an die Tabellenspitze. Doch der Jubel hallte nur halbherzig wider, denn der Franzose ließ wenig Zweifel daran, dass er mit seiner aktuellen Rolle im Team unzufrieden ist.

Die emotionen kochen hoch im meistercamp
Das 1:1 in Salzburg fühlte sich für Sturm trotz des Remis fast wie ein Sieg an. „Es ist eines der wenigen Unentschieden in der Meistergruppe, das sich gut anfühlt“, kommentierte Jacob Peter Hödl nach dem Spiel. Die Grazer mussten in den Schlusssekunden noch nervös um den Punkt zittern, doch Kayombos Treffer nach einer perfekten Vorlage von Kiteishvili ließ die Reise nach Salzburg doch noch versöhnlich ausklingen.
Ein Hoffnungsschimmer für Ingolitsch? Der Sturm-Trainer hatte Kayombo in den letzten Wochen immer wieder versucht, den Druck zu nehmen. „Er ist ja jemand, der kreative Momente generieren kann. Das geht nicht, wenn du permanent auf Anschlag bist“, erklärte Ingolitsch. Seine Worte scheinen sich zu bewahrheiten, denn Kayombo wirkte gegen Salzburg befreiter und agierte entschlossen. Die „extreme Formkrise“ scheint überwunden, doch damit ist die Sache für den ehrgeizigen Stürmer noch lange nicht erledigt.
„Ich bin nicht glücklich über meine Rolle“, betonte Kayombo unmissverständlich. Nur drei Startelfeinsätze in der bisherigen Saison lassen seinen Unmut nachvollziehen. Die Kritik an seinen Trainingsleistungen wies er mit einem Schulterzucken ab: „Ich glaube, auf dem Platz kann man immer die beste Antwort geben.“ Ein klares Signal an den Verein, dass er mehr Verantwortung und Spielzeit fordert.
Während Maurice Malone weiterhin mit Formproblemen zu kämpfen hat, könnte Kayombos Tor die Tür für weitere Einsätze in den kommenden Spielen gegen Hartberg und Rapid öffnen. Ingolitsch zeigte sich zufrieden: „Axel hat sich in den letzten zwei Wochen auf jeden Fall wieder angeboten. Er kriegt das Vertrauen von uns, das hat er heute zurückgezahlt. Ich bin super happy für Axel.“
Doch trotz der knappen Tabellenführung und der Hoffnung auf Schützenhilfe von Rapid Wien, der am Montag gegen den LASK antritt, muss Sturm feststellen, dass der Titel-Hattrick nicht mehr in eigener Hand liegt. Die Grazer müssen hoffen, dass der LASK patzt. Kayombos Tor mag den Glauben an eine mögliche Meisterschaft neu entfachen, doch die Wahrheit ist: Die Entscheidung liegt letztendlich bei anderen. Das ist die bittere Pille, die die Sturm-Fans jetzt schlucken müssen.
