Schock in kolumbien: machtmissbrauch und sexuelle belästigung bei red+ noticias aufgedeckt!
Ein Erdbeben erschüttert die kolumbianische Medienlandschaft: Eine detaillierte Untersuchung hat einen systematischen Missbrauch von Macht, verbale Angriffe, unerwünschte Annäherungsversuche und prekäre Arbeitsverhältnisse innerhalb der Redaktion von Red+ Noticias, dem Nachrichtensender der multinationalen Firma Claro, aufgedeckt. Im Zentrum der Anschuldigungen steht der Direktor, Journalist Giovanni Celis Sarmiento – ein Fall, der die Debatte um sexistische Strukturen und Machtungleichgewichte in kolumbianischen Medien erneut anheizt.
Die zeugenaussagen: ein klima der angst
Chats von WhatsApp, anonyme Zeugenaussagen und offizielle Berichte des Arbeitsministeriums zeichnen ein erschreckendes Bild. Mehrere Journalistinnen berichten unter strengster Geheimhaltung von einem Klima der Angst und Einschüchterung. Eine Quelle, genannt „Diana“, beschreibt, wie Celis seine Position nutzte, um ihre Intimsphäre zu verletzen. Er simulierte angebliche „Zuneigungsbekundungen“, darunter vier Küsse, die er als unbeholfene Gesten abtat, sobald sie ihn konfrontierten.
Doch die Belästigungen beschränkten sich nicht auf verbale Angriffe. Auch die Fahrten zu redaktionellen Terminen wurden für Celis missbraucht. Er soll andere Journalistinnen in die hinteren Sitze des Firmenwagens befördern und sich dort nähern, ihnen sogar auf die Beine greifen, wie Diana weiter schildert. Aus Angst vor weiteren Übergriffen verzichtete sie schließlich auf die Nutzung der Fahrgemeinschaften.
Ein weiteres Alarmsignal ist die ständige Überwachung der persönlichen Social-Media-Profile der Journalistinnen. Celis forderte die Löschung von Fotos aus dem Urlaub oder von Feiern und begründete dies mit angeblichen Imageschäden für den Sender. Weigerte sich eine Journalistin, seinen Forderungen nachzukommen, löschte er die Nachrichten selbst und belästigte sie mit Anrufen bis spät in die Nacht.

Lustvolle blicke und anzügliche bemerkungen
Natalia, eine weitere Whistleblowerin, beschreibt ein strukturelles Belästigungsumfeld, das bereits in der Zeit der Betriebsansiedlung in La Macarena bestand. Celis soll damals „mit den Menschen gemacht und getan haben, was er wollte“. Sie berichtet von anzüglichen Kommentaren und „ständigen, aufreißerischen Blicken“, sobald sie die Redaktion betrat. Einmal soll er ihr gesagt haben: „Uyyy, usted está muy bonita, si no tuviera pareja yo le haría“ (Oh, du bist sehr hübsch, wenn ich keine Partnerin hätte, würde ich dich haben).
Auch hier führte der Missbrauch dazu, dass die Betroffenen ihre Kleidung veränderten, um die anzüglichen Blicke zu vermeiden. Zusätzlich schickte Celis Natalia Screenshots ihrer Auftritte im Fernsehen, auf denen er ihre Kleidung kommentierte oder anzügliche Bemerkungen über ihren Beziehungsstatus machte.

Das arbeitsministerium schlägt alarm
Die Situation eskalierte, als das Arbeitsministerium eine Inspektion durchführte. Der vorläufige Bericht zeigte, dass die meisten Mitarbeiter prekär über Dienstleistungsverträge beschäftigt sind, was das Schweigen der Opfer zusätzlich verstärkte. „Wenn man die ständige Verlängerung der Verträge und die Angst vor Konsequenzen zusammennimmt, was glaubt man, was gefördert wird? Totales Schweigen, weil man mit seinem Lebensunterhalt nicht spielen kann“, erklärte eine betroffene Journalistin.
Celis vorübergehend suspendiert – die untersuchung läuft
Nach der Veröffentlichung der Anschuldigungen hat Red+ Noticias bekannt gegeben, dass Giovanni Celis Sarmiento vorübergehend von seinen Aufgaben als Direktor entbaut wurde. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit dem Wunsch nach Transparenz und Unparteilichkeit bei den laufenden Ermittlungen. Die Entscheidung ist ein erster Schritt, doch die kolumbianische Medienlandschaft bleibt in Aufruhr. Es bleibt abzuwarten, ob diese Enthüllungen tatsächlich zu einem nachhaltigen Wandel in der Kultur der kolumbianischen Medien führen werden.
