Schock in atlanta: spanien patzt gegen kap verde!
Ein Auftakt nach Maß
? Eher ein Desaster! Spanien, das in den letzten Jahren so selbstbewusst aufgetreten war, verabschiedete sich in Atlanta schmerzhaft von seiner Aura des Unbesiegbaren und musste sich überraschend mit einem Remis gegen Kap Verde zufrieden geben. Die Leistung war erschreckend, die Vorstellung von einer Weltspitzenmannschaft weit entfernt.Die rote karte für die erwartungen
Die Erwartungen waren hoch, das Publikum im Atlanta Stadium erwartete einen Gala-Abend. Stattdessen sah man eine lethargische, berechenbare Elf, die kaum eine Gefahr erzeugte. Es war ein Déjà-vu für viele Fans, die sich schmerzlich an die Blamage gegen Marokko bei der WM in Katar erinnerten – wenn nicht sogar schlimmer. Gegen ein nominell schwächeres Kap Verde, das man hätte mühelos besiegen müssen, offenbarte Spanien seine Schwächen.
Die Tränen in den Augen der kapverdischen Spieler sprechen Bände über den Triumph ihres Teams und die Demütigung für die spanische Auswahl. Doch bevor Panik ausbricht und alle Alarme losgehen, sollte man einen Blick zurückwerfen. Die Geschichte wiederholt sich – zumindest in Teilen. Es ist die gleiche Gruppe H, das gleiche Eröffnungsspiel wie 2010, und das gleiche Duell gegen ein Team unter der Leitung eines Trainers mit dem Namen Bielsa im letzten Gruppenspiel. Damals ging Spanien ebenfalls mit einer Niederlage in die Saison – gegen die Schweiz. Und wie wir wissen, endete diese Geschichte mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Eine bloße Caba, mag man denken, aber Fußball ist selten so einfach.
Luis de la Fuente, der Trainer, kann sich dieser Leistung nicht entziehen. Die Entscheidung, Gavi in der Startelf zu sehen, war fragwürdig, und die späten Wechsel taten dem Spiel nicht wirklich gut. Es gibt viel zu korrigieren, aber man darf auch die Leistungen der letzten Monate nicht vergessen: Die Eurocopa, zwei Finals der Nations League und ein Weg zum WM-Titel, der kaum fehlerfrei war. Spanien war eben nicht bereit, das ist offensichtlich.

Ferrans verpasste chance: ein vorgeschmack auf schlechtere zeiten?
Was war los mit Spanien? Nervosität, der ungewohnte Zeitplan, die kompakte Defensive Kap Verdes – es gibt viele Ausreden. Aber die Wahrheit ist: Spanien spielte schlecht. Punkt. Und die verpasste Chance von Ferran Torres, der den Ball an die Latte schoss, wirft einen langen Schatten. Hätte er getroffen, wäre die Geschichte vielleicht anders verlaufen. Aber was, wenn diese Art von Fehler in einem entscheidenden K.o.-Spiel passiert? Dann wäre es zu spät.
Pedri fehlte ebenfalls die Leichtigkeit, die man von ihm erwartet. Nach 15 Minuten war die Initialzündung verpufft und er kämpfte vergeblich gegen eine überzeugende Abwehr. Die Bedingungen im Stadion waren optimal – ein tadelloser Rasen und eine Klimaanlage, die für eine angenehme Temperatur von 22 Grad sorgte. Das Atlanta Stadium lässt das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid in einem ganz neuen Licht erscheinen. Die USA zeigen uns, dass es auch anders geht.
Vozinha, der Torwart Kap Verdes, mit einem Marktwert von lediglich 50.000 Euro, stahl den Show. Der 40-jährige Routinier parierte alles, was auf sein Tor kam und führte sein Team zum Erfolg. Ein Spiel seines Lebens, verdient gefeiert. Es ist ein Beweis dafür, dass Fußball manchmal unberechenbar ist.
Die FIFA gönnt sich eine Werbepause: Die obligatorischen Trinkpausen, die nichts anderes sind als dreiminütige Werbeblöcke in der Mitte der Halbzeit, sind nun Standard. Es ist ein Eingriff in den Spielfluss und ein Ärgernis für jeden Fußballfan.
Lamine Yamal, der gerade einmal 16 Jahre alt ist, entfachte eine Euphorie, wie sie Spanien seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Der Jubel, als er auf den Rasen kam, erinnerte an die frenetischen Reaktionen auf Messi und Ronaldo in den vergangenen fünf Weltmeisterschaften. Ein Phänomen, das die Fußballwelt in seinen Bann zieht.
Die Wahrheit ist unbestreitbar: Spanien hat in Atlanta nicht das gezeigt, was man von einem Weltklasseteam erwartet. Ob dieser Fehlstart ein Vorbote für weitere Enttäuschungen ist oder lediglich ein Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg, wird die Zukunft zeigen. Aber eines ist sicher: Spanien muss sich dringend fangen, bevor die Träume von Katar in weite Ferne rücken.
