Schnellingers vermächtnis: mehr als nur ein tor im jahrhundertspiel

Vor 56 Jahren erlebte die Welt Fußballgeschichte im Aztekenstadion. Das „Jahrhundertspiel“ zwischen Deutschland und Italien, am 17. Juni 1970, wird bis heute als einer der größten WM-Klassiker aller Zeiten gefeiert – und der Name Karl-Heinz Schnellinger ist untrennbar damit verbunden. Doch sein Leben war weit mehr als nur dieser ikonische Moment.

Ein überraschender aufstieg: herbergers vorahnung

Die Geschichte begann mit einer Frage: „Haben Sie einen Reisepass?“ Bundestrainer Sepp Herberger sprach diese Worte zu dem damals jungen Karl-Heinz Schnellinger, nachdem dieser ihn in einem inoffiziellen Testspiel gegen die Schweiz derart beeindruckt hatte. Schnellinger, gerade einmal 19 Jahre alt, debütierte kurz darauf im DFB-Dress und wurde von der Presse überschwänglich gefeiert: „Ein Oberschüler für Deutschland!“ Eine Karriere, die trotz der Hindernisse des Schulalltags und des Widerstands des Vaters, der auf das Abitur drängte, mit großem Erfolg begann.

Von düren nach köln und schließlich nach italien

Von düren nach köln und schließlich nach italien

Schnellingers Weg führte ihn vom Zweitligisten SG Düren 99 zum 1. FC Köln, wo er gleich viermal Westdeutscher Meister wurde. Doch der Ruf aus Italien war stärker. 1963 wagte er den Schritt in ein Land, in dem der Profifußball noch in den Kinderschuhen steckte – und er sollte sich als der richtige Schachzug erweisen. Der Wechsel war ein Risiko, denn damals waren