Schneechaos stoppt super-g in courchevel – odermatt kassiert kristallkugel ohne start

Ein dicker Schneeflocken-Vorhang zieht durch Courchevel und reißt das Saisonfinale mit. Das erste Super-G der Finals fällt flach, der zweite Lauf am Sonntag schwebt ebenfalls in Gefahr. Marco Odermatt darf die Kristallkugel schon jetzt polieren – 158 Punkte Vorsprung reichen, wenn kein Rennen mehr zustande kommt.

Odermatt profitiert vom wetterchaos

Der Schweizer hatte am Freitag Abfahrt und Gesamtweltcup fix gemacht. Nun profitiert er davon, dass die Natur dem letzten Herausforderer Vincent Kriechmayr die Bühne nimmt. Die Rechnung ist simpel: Bleibt Courchevel weiß, bleibt Odermatt gold. Die Organisatoren wollen Sonntag 8.30 Uhr neu verhandeln, doch die Prognose bleibt miserabel – Schnee bis Mittag, dann Sonne, aber zu spät für eine Pistenpräparierung.

Für Kriechmayr ist das ein Déjà-vu. 2021 verlor er die Disziplinenkugel ebenfalls am letzten Wochenende, weil ein Rennen abgesagt wurde. Diesmal fehlten ihm 80 Punkte, um Odermatt noch zu schlagen. Ein Sieg plus ein dritter Platz hätten gereicht. Jetzt zählt nur noch die Hoffnung auf Wunderwetter.

Kriechmayr beendet durststrecke der ösv-männer

Kriechmayr beendet durststrecke der ösv-männer

Zumindest in der Abfahrt lief es für den Tiroler. Nach 16 Monaten ohne Sieg setzte er sich am Freitag durch und beendete die längste Durststrecke eines österreichischen Speedspezialisten seit 2004. Der letzte ÖSV-Abfahrtssieg vor ihm? Auch Kriechmayr, damals in Kitzbühel. Die Ironie: Er feiert, weiß aber, dass der Super-G-Pokal wohl an den Schweizer wandert.

Die Stimmung im österreichischen Lager schwankt zwischen Jubel und Frust. „Wir fahren hier mit dem Taxi über die Piste, weil der Schnee so hoch liegt“, sagte Slalom-Ass Manuel Feller. Die Athleten vertreiben sich die Wartezeit mit Tischtennis im Athletendorf, während die Rennleitung neue Startzeiten verhandelt. Die Weltcup-Finals drohen, vorzeitig abzubrechen – ein unrühmlicher Schlusspunkt nach einer spektakulären Saison.

Die Zahlen sprechen für Odermatt: Sechs Saisonsiege, 15 Podeste, 1.244 Punkte. Kein Konkurrent kam ihm näher als 150 Zähler. Die Kristallkugel ist nicht mehr zu retten – weder für Kriechmayr, noch für das Wetter. Courchevel bleibt weiß, Odermatt bleibt golden.