Schneechaos stoppt deutsche langläuferinnen – skandinavierinnen feiern doppelsieg in lake placid

Nur Schneeflocken und Enttäuschung blieben. Im dichten Schneetreiben von Lake Placid verloren die deutschen Langläuferinnen ihre Spur – und damit jegliche Medaillenchance. Helen Hoffmann, beste DSV-Läuferin, büßte auf den 10 Kilometern in klassischer Technik satte 2:17 Minuten auf Siegerin Linn Svahn ein und landete auf Platz 22.

Skandinavierinnen lassen konkurrenz alt aussehen

Der Podeststurm war so vorhersehbar wie der Schneefall oben auf Mount Van Hoevenberg. Schwedinnen und Norwegerinnen unter sich: Svahn gewann in 29:04,4 Minuten, Frida Karlsson folgte eine Sekunde später, Heidi Weng sicherte Norwegen Bronze. Von den Top-15 kommen 12 Athletinnen aus Skandinavien – ein Statement, das wehtut.

Die übrigen deutschen Hoffnungen? Katharina Hennig-Dotzler, Pia Fink, Katherine Sauerbrey, Laura Gimmler und Coletta Rydzek ackerten sich durch die Flut von Flocken, fanden aber nie Rhythmus. Die Zeitabstände wuchsen mit jedem Kilometer, die Köpfe sanken im Ziel. Keine kam unter 2:30 Minuten Rückstand – das ist mehr als eine Schneekugel, das ist eine Lawine.

Die Wetterbedingungen waren für alle gleich, doch die Skandinavierinnen nutzen ihre Routine auf weichen, verschneiten Loipen. „Wir haben heute gelernt, wie wichtig Wachs, Staketechnik und Laktattoleranz im Pulverschnee sind“, sagte Hennig-Dotzler nach dem Rennen, sichtlich mitgenommen.

Deutsches team muss umdenken vor saisonfinale

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Mit nur noch zwei Weltcup-Rennen bis zum Finale in Kanada bleibt wenig Zeit für Korrekturen. Der Verband prüft nun, ob ein Extratraining auf nassem Kunstschnee in Oberhof folgt. Die Athleten selbst fordern mehr Wettkampfpraxis unter extremen Bedingungen. „Wir können uns keine weitere Show wie heute leisten“, kommentierte Bundestrainer Jochen Behle knapp.

Die Fakten sind hart: In der Gesamtwertung liegt keine Deutsche unter den besten Zehn. Hoffmann belegt Rang 18, Hennig-Dotzler folgt auf Platz 24. Das nächste Rennen steht in Québec an – ohne Skandinavierinnen-Serie, aber mit eisigem Wind. Dort muss die DSV-Truppe liefern, sonst droht das erste Winter ohne Podestplatz seit 2008.

Die Konkurrenz schläft nicht. Und der Schnee fällt weiter.