Schluroff schiebt gummersbach richtung europa – hannover kassiert k.o.
33:27 wirkt wie ein Statement. Der VfL Gummersbach jagt Hannover in den Boden und sich selbst in die Spur der internationalen Plätze. Miro Schluroff lacht nicht, er zählt. Erst die Minuten, dann die Tore, dann die Punkte. „Die erste Viertelstunde war ausschlaggebend“, sagt er knapp ins DYN-Mikro, als hätte er das Spiel selbst geschrieben. Tatsächlich stand es nach 19 Minuten 11:3 – Juan Carlos Pastor griff zur zweiten Auszeit, weil seine Recken schon am Seil tanzten.
Gummersbach frisst sich durch den rückstand der vorrunde
Der VfL hat acht Siege hintereinander eingestrichen, während Hannover die fünfte Niederlage kassiert. Die Tabelle lügt nicht: Gummersbach schiebt sich auf Rang fünf, zwei Zähler hinter Flensburg, vier vor der Champions-League-Linie. Sigurdsson redet trotzdem von „Technik-Patzer“ in Halbzeit zwei, weil er weiß, dass jeder Ball, der jetzt springt, im Mai zählt.
Schluroff selbst spielt sich frei. Sein linker Wurf ist zurzeit so scharf wie der Kölner Dom spitz. Nationalcoach Alfreð Gíslason schickt ihn länger aufs Feld, weil Stabilität seine neue Währung ist. „Ich habe die Schwankungen rausgenommen“, sagt er, ohne Selbstbeweihräucherung. Dahinter steckt ein Sommer volis Wurfarm-Videoanalysen und ein mentaler Reset, den er nicht in Worte klebt.

Tabellenkalkulation? nicht mit diesem kader
Die Fans skandieren „Europa! Europa!“, doch Schluroff blockt ab: „Es kann ganz schnell wieder runtergehen.“ Kein Pathos, nur Realismus. Die Konkurrenz schläft nie, und Gummersbach trägt noch die Altlasten der Hinrunde wie einen nassen Rucksack. Das nächste Gipfelduell steht schon fest: am Samstag in Berlin gegen die Füchse. Dort wird sich zeigen, ob die erste Viertelstunde von heute ein Standardprogramm oder nur ein Blitz war.
33:27, acht Siege, eine Richtung. Der VfL Gummersbach pflügt durch die Liga, weil er endlich wieder weiß, wofür er steht: harte Abwehr, schnelles Umschaltspiel, ein Torhüter, der mit den Füßen denkt. Hannover dagegen taumelt in die Abstiegszone und muss am Mittwoch gegen Balingen liefern, sonst wird Pastor bald mehr als nur eine Auszeit brauchen.
