Schicker: neuer-nominierung war vermeidbar – baumann steht wie ein fels in der brandung
Die Torwart-Debatte um Manuel Neuer und Oliver Baumann erreicht ihren Höhepunkt. Im exklusiven Gespräch mit SPORT1 spricht Andreas Schicker, Sportdirektor von TSG Hoffenheim, offen über die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, die Enttäuschung Baumanns und die Stabilität, die der Verein trotz der WM-Vorbereitungen bewahrt.
Die rückendeckung für baumann
Die Nominierung von Manuel Neuer als Nummer eins im deutschen Nationalkader für die Weltmeisterschaft hat Oliver Baumann von Hoffenheim verdrängt. Schicker zeigt sich zwar verständnisvoll gegenüber der Entscheidung des Bundestrainers, betont aber, dass der Prozess hätte eleganter gestaltet werden können. „Vom Ablauf her hätte man es besser lösen können, auch die Kommunikation war nicht glücklich gewählt“, so Schicker. Er unterstreicht Baumanns außergewöhnliche Persönlichkeit: „Für mich ist Olli nicht nur ein sehr guter Torhüter, sondern auch ein herausragender Mensch. Er hat sofort gesagt, dass er sich in den Dienst der Mannschaft stellt.“
Diese Reaktion, so Schicker, zeige Baumanns Stärke und Differenziere ihn von anderen Spielern, die in einer solchen Situation anders reagieren würden. Die Enttäuschung sei menschlich und verständlich, insbesondere nach einer starken Qualifikation und einer überzeugenden Saison bei Hoffenheim. Doch Baumann habe sich vorbildlich verhalten und stehe weiterhin voll hinter der Mannschaft.

Ein blick zurück auf eine turbulente saison
Schicker blickt auf eine Saison zurück, die von Machtkämpfen und Vertragsverlängerungen geprägt war. Er betont, dass es ihm nie darum ging, als Sieger dazustehen, sondern einen nachhaltigen sportlichen Weg für die TSG zu ebnen. „Es ging immer darum, einen nachhaltigen sportlichen Weg einzuschlagen“, erklärt er. Teilweise stand seine eigene Abberufung im Raum, doch der Verein konnte diesen Weg fortsetzen. „Die TSG ist wieder enger zusammengerückt. Das macht mich stolz.“
Obwohl die Champions League verpasst wurde, sieht Schicker die Saison positiv. „Am Ende überwiegt bei mir die Freude: 61 Punkte, die zweitbeste Saison der Vereinsgeschichte – und die Europa League ist ein sehr spannender Wettbewerb für uns.“

Veränderungen im kader und die zukunft der tsg
Die Kaderanalyse läuft bereits auf Hochtouren. Schicker betont die Wichtigkeit von Stabilität und gezielten punktuellen Veränderungen. Grischa Prömel verließ den Verein, da er eine neue Herausforderung suchte. Schicker versuchte zwar, ihn umzustimmen, respektierte aber seinen Wunsch. „Wichtig war, dass er die Saison professionell zu Ende bringt – und das hat er getan.“
Für die kommende Saison wünscht sich Schicker eine Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit und des Zusammenhalts. „Es soll genauso weitergehen“, sagt er. Die kommende Saison mit Bundesliga, Pokal und Europa League verspricht spannend zu werden. Ein einstelliger Tabellenplatz in der Bundesliga, kombiniert mit einem erfolgreichen Europa-League-Auftritt, wäre ein sehr gutes Ergebnis.
Schicker ist überzeugt, dass Oliver Baumann auch bei der WM seine Einsatzminuten bekommen wird und betont die gegenseitige Unterstützung zwischen Baumann und Neuer. „Von Olli wird die Unterstützung zu hundert Prozent da sein, davon bin ich überzeugt.“
