Sc magdeburg: pokal-debakel hinterlässt tiefe spuren – kann die mannschaft reagieren?
Handball-Deutschland diskutiert: Zeigt der SC Magdeburg beim TVB Stuttgart eine Reaktion auf die bittere Pokal-Pleite? Die deutliche Niederlage beim Final4 in Köln wirft Fragen auf und sorgte bereits für erste Zweifel an der Dominanz des Tabellenführers. Ein Trauma bei den Siebenmetern könnte die Magdeburger zusätzlich belasten.
Die nachwirkungen des final4-debakels
Der designierte Deutsche Meister musste beim Final4 in Köln deutliche Koste zahlen. Zwei Niederlagen in zwei Spielen waren eine überraschende Vorstellung für den Favoriten. Besonders schmerzhaft war die Niederlage im Halbfinale gegen den Bergischen HC, die erst im Siebenmeterwerfen entschieden wurde (30:31). Handball-Legende Stefan Kretzschmar äußerte sich im „Kretzsche & Schmiso“-Format besorgt über die Leistungen des SCM. „Was ist mit dem SC Magdeburg los?“, fragte Moderator Florian Schmidt-Sommerfeld rhetorisch. Die Frage ist berechtigt, denn die Niederlage hat Spuren hinterlassen.

Siebenmeter-krise: ein trauma für den scm?
Die Statistiken sind alarmierend: Der SC Magdeburg hat mit der Verwertung von Siebenmetern massive Probleme. Nur drei Mannschaften in der Handball-Bundesliga – Wetzlar, Leipzig und Minden – haben eine schlechtere Bilanz vom Strich. 71 Prozent der Strafwürfe verwandeln die Elbestädter lediglich, während die SG Flensburg-Handewitt mit fast 83 Prozent deutlich erfolgreicher ist. „Wir reden von sechs von zehn im Spiel, die drin sind“, so Schmidt-Sommerfeld. „60 Prozent, sehr schlecht. Und drei von sechs im Siebenmeterwerfen – unterirdisch, das muss man ja so sagen.“ Kretzschmar spricht von einem „Trauma“ bei den Siebenmetern, was die Situation noch verschärft.

Mehr als nur eine schlechte quote
Es geht um mehr als nur eine schlechte Quote bei den Siebenmetern. Kretzschmar sieht auch Defizite im Eins-gegen-Eins und mangelnde mentale und athletische Stärke bei den Spielern. „Nach der EM haben die Magdeburger echt ein Problem, wieder reinzukommen“, so der ehemalige Nationalspieler. Ob der Code von Stuttgart, dem Tabellenzwölften, geknackt wurde, glaubt er nicht.
Die Ausgangslage vor dem Ligaspiel am Sonntag (17 Uhr/Dyn) ist somit angespannt. Kann der SC Magdeburg in Stuttgart die Zweifel an der Meisterschaft ausräumen und zeigen, dass die Pokal-Schmach nur ein Ausrutscher war? Die Antwort wird sich auf dem Feld zeigen. Denn eines ist klar: Die Magdeburger müssen ihre Nervosität ablegen und die Siebenmeter-Krise hinter sich lassen, wenn sie die Meisterschaft festigen wollen.
