Sc bern stolpert gegen lakers – ehlers sieht trotz 1:2 die sensation noch

13'965 Zuschauer in der Arena, ein spätes Gegentor, ein Aufsteher – und am Ende steht der Mehrfachmeister mit leeren Händen da. Der SC Bern verlor das Hinspiel der letzten Play-In-Runde gegen die SCRJ Lakers mit 1:2, doch die Stimmung im Lager der Berner bleibt erstaunlich entspannt. Heinz Ehlers wirkt nicht wie ein Coach, der gerade den Klassiker verspielt hat, sondern wie ein Schachspieler, der noch zwei Züge im Kopf hat.

Kein vorwurf, nur respekt

„Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen“, sagt Ehlers mit rauer Stimme, als hätte er das Spiel schon abgehakt. „Normalerweise sind wir frustriert nach einer Niederlage. Die stört uns auch jetzt, aber sie haben wirklich alles gegeben.“ Statt mit dem Zeigefinger wedelt er mit dem Daumen – Richtung Gegner. „Die Lakers haben Qualität. Sie sind schnell, unangenehm und haben individuell starke Spieler.“ Fast klingt es, als hätte er sich in der Kabine schon halb auf die nächste Runde eingestellt.

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 32 Schüsse aufs Tor, 57% Puckbesitz, aber nur ein Tor. Die Statistik lügt nicht, sie erzählt nur die halbe Wahrheit. Denn was nicht in den Tabellen steht, ist die Müdigkeit in den Beinen. „48 Stunden vorher haben wir Biel mit 4:0 weggespült. Irgendwann ist die Batterie leer“, gibt Ehlers zu. Die Frage ist nur: Wer lädt schneller wieder auf – die Berner oder die Aufsteiger?

Auswärtstor als lebensversicherung

Auswärtstor als lebensversicherung

Ein Tor Rückstand ist kein Grab, sondern eine Einladung. Beim letzten Gastspiel in Rapperswil-Jona gewann der SCB 2:0. „Das würde ich gerne noch einmal nehmen“, sagt Ehlers mit einem schiefen Grinsen. Die Aussicht auf ein Déjà-vu ist kein Wunschdenken, sondern ein Plan. Denn die Lakers haben in dieser Saison noch kein einziges Playoff-Spiel gewonnen, wenn sie nach Bern reisten. Die Serie liegt bei 0:5. Ein Detail, das in der Kabine von Pelkum laut mitgeflüstert wird.

Die Uhr tickt. Am Freitag steht die Rückspiel-Odyssee an. Wer ein Tor schießt, darf träumen. Wer zwei trifft, schreibt Geschichte. Und wer verliert, fliegt raus aus der Postseason, be sie richtig begonnen hat. Ehlers hat die Rechnung schon gemacht: „Wir brauchen einen perfekten Abend.“ Keine Phrasen, keine Politik – nur Eishockey in Reinkultur. Die Fans in der Arena werden wieder brüllen, die Plexiglaswände werden vibrieren. Und wenn der Puck ins Netz klatscht, weiß jeder, warum er hier ist: für diesen einen Moment, in dem alles möglich scheint. Die Lakers haben gewarnt. Der SC Bern hat geantwortet. Jetzt zählt nur noch das nächste Tor. Wer es schießt, bestimmt, ob die Saison endet – oder erst richtig losgeht.