Lakers kratzen am playoff-tor – larsson schlägt bern nieder
2:1 in der Berner Höhle, Playoff-Ticket noch in Reichweite: Die SCRJ Lakers haben dem Meister den Atem stocken lassen und selbst wieder Hoffnung geschöpft. Dabei stand ein Mann im Zentrum, der vor zwölf Monaten noch um seine Karriere bangte.
Jacob larsson: vom rehapatienten zum rückgrat
Die Rippenverletzung, die ihn 2023 auf sechs Spiele drückte, ist Geschichte. Der neue Captain spielte 27 Minuten, blockte fünf Schüsse und schickte die Scheibe kurz vor Ende erstmals selbst in die gegnerische Zone – nur um danach mit angezogenem Ellbogen zurückzueilen. „Unsere Zone sauber halten, das ist mein Job“, sagt der Schwede, während ihm Schweißperlen aus dem blonden Haarstoppel tropfen. Kein Pathos, nur Druck.
Die Taktik war kristallklar: nach dem 2:0 das System verdichten, Bern keine zweite Welle erlauben. Die Lakers schafften es, in den letzten zehn Minuten nur zwei Scheibenverluste zu haben – nach den Desastern in Zug eine kleine Revolution. „Wir haben gelernt, dass ein Tor Vorsprung kein Freibrief für Risiko ist“, erklärt Assistenztrainer Livio Miezzeli. Die Statistik bestätigt: Seit der 2:5-Pleite gegen den EVZ haben die Lakers in fünf Spielen erst zwei Gegentore im Schlussdrittel kassiert.

Rask trifft – und schweigt
Das Siegtor fiel nach 54:13 Minuten. Anton Rask nahm den Abpraller, zog ins Slot und jagte die Scheibe unter dem Torhüter hindurch. Dann hob er nur die Hand – kein Jubel, kein Schreien. „Wir haben noch nichts erreicht“, sagt der Stürmer. Die Kabine schweigt mit, weil alle wissen: Ein Sieg reicht nicht. Das zweite Play-In-Spiel am Donnerstag in Rapperswil wird die Richtung vorgeben.
Die Lakers haben 13 der ersten 16 Partien gewonnen, dann acht Niederlagen in Serie kassiert. Die Saison verlief wie ein EKG – aber das Herz schlägt wieder. „Dieses Team hat sich den Platz verdient“, sagt Larsson. Er spricht leise, fast flüsternd. Die Ruhe ist Programm. Kein Twitter-Video, keine Motivationsrede. Stattdessen schaut er auf die Uhr: „Bus geht in zehn Minuten.“
Die SCRJ Lakers stehen vor dem Sprung. Die Playoffs sind keine Vision mehr, sondern 60 Minuten entfernt. Und Jacob Larsson? Der fährt mit dem Ellbogen voraus – und mit der Erinnerung an eine Saison, in der er fast alles verloren hätte. Jetzt kann er alles gewinnen.
