Sarah felberbaum: wie eine sportroutine ihre depression zertrümmerte
46 Jahre alt, frisch verliebt in Bewegung – und endlich angekommen. Sarah Felberbaum erzählt nicht das Märchen vom ewigen Sonnenschein, sondern den K.o.-Sieg über die Dunkelheit. Der Schlüssel: kein Crash-Diät-Plan, sondern Padel, Pilates und ein Teller Pasta ohne Schuldgefühl.
Vom sofa auf den court: der erste schritt war ein volley
Die Statistik kennt die Zahl: Jede dritte Frau zwischen 35 und 55 verschlingt Antidepressiva. Felberbaum schluckte zwei Jahre lang. Bis ihr Sohn sie zum Padel-Kurs überredete. „Ich traf den Ball, nichts weiter. Aber das Geräusch – dieser satte Knall – war lauter als mein Kopf“, sagt sie im Gespräch mit Gazzetta Active. Drei Wochen später stand sie täglich auf dem Court. Die Dosis reduzierte sich parallel zum Handicap.
Der Nebeneffekt: ihr Körper wurde zur Uhr. 7 Uhr Aufstehen, 8 Uhr Pilates-Stream im Wohnzimmer, 9 Uhr Frühstück ohne Kalorien-App. „Ich hörte auf zu zählen, fing an zu spüren“, beschreibt sie die neue Grammatik der Selbstfürsorge. Keine Makro-Rechner, stattdessen intuitive Portionen: wenn der Magen knurrt, kommt ein Stück Schokolade auf den Teller – Punkt.

De rossis spott wurde zur motivation
Ein Video machte die Runde: Felberbaum im Tigermasken-Kostüm, Partnerin beim Charity-Match. Francesco De Rossi, Ex-Roma-Kapitän, kommentiert trocken: „Endlich ein Raubtier, das auch zurückräumt.“ Statt sich zu schämen, ließ sie den Clip online. „Wenn du dich selbst nicht ernst nimmst, warum sollte es ein anderer tun?“ Die Likes explodierten, die Nachrichten auch. Frauen schrieben: „Ich habe wieder Jogginghose angezogen.“
Der Wendepunkt war messbar: nach zwölf Wochen Padel sank ihr Puls im Liegen von 88 auf 62. Der Psychiater strich ein Medikament. „Sport ist kein Zaubertrank, aber er schiebt die Tür auf“, sagt sie. Die Depression wartet noch im Flur, doch sie kommt nicht mehr rein.
Keine before-after-fotos, nur ein neues verhältnis zur waage
Felberbaum wiegt heute zwei Kilo mehr als während ihrer Model-Zeit. Die Jeans sitzt lockerer – Muskeln eben. „Ich trainiere nicht für den Strand, sondern für den Alltag“, sagt sie. Kein Fasten vor Filmdrehs, stattdessen Pasta al dente mit Pistazienpesto. Die Food-Fotos postet sie nicht, weil sie müssen, sondern weil sie Lust haben. Die Kommentare: „Du isst tatsächlich.“ Ihre Antwort: „Ja, und atme auch.“
Die Zahlen sprechen: Wer 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche bewegt, senkt das Rezidivrisiko depressiver Episoden laut italienischer Studie um 32 Prozent. Felberbaum schafft 240 – ohne es zu wissen. „Ich rechne nicht mehr, ich spüre nur noch.“
Am 20. März feiert sie Geburtstag. Keine 0-Diät, sondern ein Padel-Turnier mit Freunden. Die Siegerbekanntgabe: „Gewonnen hat, wer morgen wieder aufsteht.“ Der Pokal steht schon bereit – leer. Befüllt wird er mit neuen Terminen, nicht mit Kalorienzähler-Apps. Wer den Court verlässt, trägt keine Schuld, sondern Schweiß. Und das reicht.
