Sané fliegt beim derby: glück und dann das aus

Leroy Sané verließ das Feld mit gesenktem Kopf. Die Rote Karte in der 62. Minute war die logische Konsequenz eines Abends, auf dem der deutsche Flügelflitzer von Galatasaray alles richtig machte – bis auf das, was zählt.

Die Szene war schnell erzählt, aber folgenreich: Sané legt sich den Ball an Yilmaz vorbei, trifft den Verteidiger mit der Hackenschuh-Spitze auf der Achillessehne. Keine Absicht, aber auch keine Diskussion. Der Videoschiedsrichter schaltete sich ein, der Referee zückt Rot. Besiktas jubelte, Sané schleppte sich Richtung Kabine, wo er die letzten Minuten des 1:0-Sieges nur noch mit anhören konnte.

Ein treffer, zwei gelbe, ein platzverweis

Ein treffer, zwei gelbe, ein platzverweis

Dabei hatte er vorher schon Glück. In der 28. Minute war er mit offener Sohle in den Zweikampf gestiefelt, kassierte nur Gelb – und löste bei den Schwarzen Adlern blankes Entsetzen aus. Der offizielle Kanal von Besiktas postete das Video mit dem Kommentar: „Was muss noch passieren?“ Die Antwort kam 34 Minuten später, nur eben zum Nachteil von Galatasaray.

Dazwischen lieferte Sané den einzigen Lichtblick seiner Mannschaft: seine Flanke in der 39. Minute fand Victor Osimhens Kopf, der Ball zappelte im Netz. Der Treffer rettete die Gäste vor einer Blamage, doch der Sieg kostete sie ihren teuersten Sommerzug.

Ilkay Gündogan saß 90 Minuten auf der Bank, Sacha Boey – aus München geliehen – durfte erst nach Sanés Platzverweis ran. Insgesamt zehn Gelbe und eine Rote: das Derby lieferte mal wieder die volle Palette an Großstadt-Pathos.

Am Ende stand ein 1:0 auf der Anzeigetafel, aber die Geschichte des Abends trägt einen anderen Namen. Sané wird die nächsten Liga-Partien von der Tribüne verfolgen – und Galatasaray muss in der Meisterschaft ohne seinen Star auskommen. Der Preis für einen Moment, in dem Bein und Ball nicht mehr die gleiche Richtung nahmen.