Mintzlaff feuert rb-stars an: champions league oder nichts
Oliver Mintzlaff wartete nicht länger. Sekunden nach dem 2:1 gegen Augsburg, als die RB-Kabine noch vom Sieger-Adrenalal zitterte, stürmte der frisch wiedergewählte Aufsichtsratschef samt CEO Tatjana Haenni und Vorstand Johann Plenge durch die Tür. Was folgte, war keine Routine-Patsche, sondern ein Impuls, der die Saison noch entscheiden könnte.
Die rede, die keiner erwartete
„Er hat uns eingeschworen, jeden Tag zu explodieren, so wie wir es heute hinten raus getan haben“, berichtete Christoph Baumgartner, noch mit Matsch an den Stutzen. Mintzlaff ließ keine Zeit für Selbstzufriedenheit. Er sprach vom Saisonziel, das nur eine Farbe kennt: das Champions-League-Violett. RB liegt fünf, punktgleich mit Stuttgart, zwei hinter Hoffenheim. Beide Gegner kommen noch. Die Tabelle ist ein Atemschneider.
Nicolas Seiwald bestätigte: „Er hat gesagt, was wir besser machen können – und was schon gut läuft.“ Die Botschaft zwischen Lob und Peitsche. Denn Augsburg dominierte lange Phasen, erst ein Eigentor von Arthur Chaves in der 93. Minute rettete die drei Punkte. „Kein schöner Sieg, aber ein nötiger“, pflichtete Keeper Maarten Vandevoordt bei. Ole Werner sprach vom „Zünglein an der Waage“, jene Drecksarbeit, die am Ende über Erhalt oder Verlust von 50 Millionen Euro Prämie entscheidet.

Die luft wird dünner
Mit Blick auf die nächsten Wochen kristallisiert sich ein Mini-Playoff heraus: Stuttgart am 33. Spieltag, Hoffenheim zwei Tage vor Saisonende. Mintzlaffs Kabinen-Intervention war kein Zufall – sie war Kalkül. Wer in diesen Tagen zögert, fliegt raus aus dem europäischen Geschäft. Die Spieler spüren den Druck, der sich in der Stimme des Managers manifestierte.
RB kann sich keine weiteren Ausrutscher leisten. Die Konkurrenz schläft nicht, die eigenen Fans werden unruhig. Mintzlaffs Besuch war ein Warnschuss vor den letzten neunzig Minuten der Wahrheit. Wer jetzt nicht brennt, brennt nie wieder in Leipzig. Die Champions League ruft – und sie wartet nicht.
