Sammer scharf zu nagelsmann: „das gehört hier nicht her!“

Ein Aufschrei im deutschen Fußball: Matthias Sammer hat scharfe Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert, nachdem dieser öffentlich bekannt gab, seine Frau in die Debatte um Deniz Undav einbezogen zu haben. Rudi Völler, der DFB-Sportdirektor, hält Sammers Wortwahl jedoch für überzogen – ein Schlagabtausch, der die Gemüter erhitzt und Fragen nach Professionalität im Nationalteam aufwirft.

Völlers reaktion: „da hat er definitiv nicht recht“

Die Äußerungen Sammers, der bei Sky-Nachrichten betonte, Nagelsmanns Geständnis, seine Frau um Rat gefragt zu haben, sei „sympathisch, aber hochprofessionell betrachtet nicht angemessen“, prallten prompt auf Völlers Entgegenhaltung. Im Vorfeld des prestigeträchtigen DFB-Pokalspiels zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München erklärte der 66-Jährige im selben Sender, dass er Sammers Ansichten „überhaupt nicht nachvollziehen“ könne. Er habe mit Nagelsmann telefoniert und sei „im Grunde darüber geschmunzelt“.

„Wenn das die Probleme bei uns in Deutschland sind, dass der Bundestrainer mal etwas mit seiner Frau bespricht…“, so Völler, der darauf hinwies, dass der Austausch mit dem Partner bei wichtigen Entscheidungen völlig normal sei. Er erinnerte an Legenden wie Otto Rehhagel, dessen Erfolge untrennbar mit der Unterstützung seiner Ehefrau Beate verbunden waren, und auch Berti Vogts soll auf seine Frau gehört haben, als er Oliver Bierhoff für das Nationalteam nominierte.

Nagelsmanns rückzieher nach undav-kritik und die rolle der ehefrau

Nagelsmanns rückzieher nach undav-kritik und die rolle der ehefrau

Die Kontroverse um Deniz Undav, der nach seinem späten Treffer gegen Ghana öffentlich kritisiert worden war, hatte bereits zu einer öffentlichen Entschuldigung Nagelsmanns geführt. Er räumte ein, seine Wortwahl in Bezug auf den VfB-Stürmer sei zu forsch gewesen. Doch die eigentliche Wendung nahm die Geschichte, als Völler enthüllte, dass Nagelsmanns Erkenntnis bereits in der Kabine gereift sei.

„Da hat er sicherlich nicht so souverän reagiert, wie wir es uns gewünscht hätten“, gab Völler zu. „Er meinte zu mir: ‚Oh, da habe ich ein oder zwei Sätze gesagt, die nicht ganz in Ordnung waren‘.“ Die Diskussion mit seiner Frau, Lena Nagelsmann, habe ihm dabei geholfen, die Situation neu zu bewerten. „Ich finde es super, dass er das gemacht hat. Warum sollte er nicht mit seiner Frau mal ein paar Dinge besprechen?

Die Geschichte zeigt, wie selbst erfahrene Trainer wie Nagelsmann von der Unterstützung und dem Rat ihrer Partner profitieren können. Es ist ein menschlicher Moment, der die Professionalität des Sports nicht schmälert, sondern sie im Gegenteil beleuchtet.