Sakamoto schockt prag: 79,31 punkte – gold schon vor der kür?

Kaori Sakamoto ist nicht zurück, sie ist schon da. Mit 79,31 Punkten – ihre beste Saisonleistung – stürmt die Japanerin nach dem Kurzprogramm der WM in Prag auf Platz eins und lässt den Rest des Feldes alt aussehen. Mone Chiba (78,45) und Amber Glenn (72,65) folgen auf Distanz. Die Kür am Freitag? Formalität. Oder doch nicht?

Die 23-jährige spielt in einer eigenen liga

Was Sakamoto in 2 Minuten 40 Sekunden zeigte, war keine Routine, sondern ein Statement. Dreifacher Toeloop, dreifacher Rittberger, dreifach-doppelte Kombination – alles aus dem Stand, nichts am Rand. Die Zuschauer im O2 Arena vergaßen zu atmen. Die Technikrichter gaben sich die Klinke in die Hand: Base Value 41,91, Komponenten 37,40. Keine Frage, das ist Weltrang.

Julia Sauter, die für Rumänien startet, rutschte mit 51,84 Punkten auf Rang 23 und kratzte nur mit den Fingernägeln am Finale vorbei. Für Deutschland sind Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin im Eistanzen gesetzt – aber sie müssen sich erst beweisen. Das deutsche Frauen-Einzel fehlt komplett, Alysa Liu hat ihren Start abgesagt. Die Medaille liegt also woanders.

Die kür wird zur geduldsprobe für die verfolgerinnen

Die kür wird zur geduldsprobe für die verfolgerinnen

Chiba glänzte ebenfalls, verpasste die Marke von 79 Punkten aber um 0,86 – ein Hauch. Glenn patzte im Triple Axel und verlor fünf Zähler gegenüber ihrem Saisonrekord. Die Lücke zu Sakamoto: 6,66 Punkte. Das klingt nach wenig, ist aber eine Welt in Eiszeit.

Die Wette: Sakamoto muss nur zwei Sprünge sauber landen, dann ist der vierte Weltitel so gutig wie eingepackt. Die Frage ist nicht mehr, ob sie gewinnt, sondern wie groß die Gänsehaut wird, wenn „Clair de Lune“ erklingt und sie die letzte Eisbahn Europas in dieser Saison betritt.