Sainz qualmt vor frust: suzuka-quali entlarvt williams-desaster

Ein gutes Achtel hinter dem Mittelfeld, zwei Sekunden auf die Spitze: Carlos Sainz nagelt in Suzuka eine nahezu makelte Runde hin – und landet trotzdem auf Position 16. Die Zahlen sind hart, die Wahrheit bitter.

Die quali war sein highlight – und das problem

Q1: Er schmeißt Franco Colapinto und Alex Albon aus der Top-15-Zone. Q2: Er schafft es selbst nicht mehr. „Ich habe alles rausgeholt, was in diesem Auto steckt“, sagt Sainz mit gesenktem Blick. „Aber mehr ist einfach nicht drin.“ Der Spanier redet nicht drum herum: Der FW48 ist derzeit ein Einzelfang-Auto, das mit 9 Megajouleen statt 8 bisheriger Freibetrag nicht einmal mehr die Startaufstellung rettet.

Die neue FIA-Limite für die Batterie-Ladung sollte eigentlich das „Superclipping“ stoppen – jenem lastsekundenlangen Leistungsabfall auf den Geraden. Doch genau das passiert wieder. „Wir beschleunigen, dann knickt der Schub weg, als hätte jemand den Stecker gezogen“, beschreibt Sainz das Gefühl im Cockpit. „In der Qualifikation, wo jeder Zehntel zählt, bringt dich das um die ganze Parcours-Zeit.“

Colapinto vorne – ein trost mit beigeschmack

Colapinto vorne – ein trost mit beigeschmack

Der Argentinier wird von ihm einen Platz voraus starten, trotzdem sieht Sainz darin keinen persönlichen Sieg. „Wenn wir beide in einem Top-Auto sitzen würden, wäre dieser Duell-Zweikampf nach Runde zwei gelaufen“, spuckt er aus. „So kämpfen wir um Positionen, die eigentlich Trainingsrunden sind.“

Die Rechnung ist einfach: Ein gutes Manöver auf der Strecke bringt null Punkte, wenn das Material nicht mitspielt. Und das Williams-Paket fehlen rund 80 PS sowie jede Menge Abtrieb im Mittel- und Langsam-Bereich. „Wir schauen auf die Daten und wissen: Da kommen keine Wunder mehr“, sagt ein Team-Ingenieur anonym. Die Entwicklungs-Token für 2026 sind längst verplant, ein großer Befreiungsschlag wird es in diesem Jahr nicht geben.

Sainz’ fazit: dankbar, aber unzufrieden

Sainz’ fazit: dankbar, aber unzufrieden

„Ich bin realistisch: Ich fahre Formel 1, stehe in Suzuka auf dem Grid – das ist ein Privileg“, gibt er zu. „Aber ich bin auch Rennfahrer. Und wenn du weißt, dass du selbst mit einer Traumrunde nur 15. wirst, nagt das an dir.“

Morgen wird er wieder Vollgas geben, an der 130-R-Kehre außen vorbeiziehen und hoffen, dass die Motoren-Knipse ausbleibt. Die Chancen auf Punkte? „Nur wenn vorne sechs Autos ausfallen“, sagt er trocken. Dann lacht er kurz – auf seine Art, ohne dass die Augen mitmachen.