Sainz: "dieses auto gibt uns keine chance auf mehr"
Carlos Sainz wirkte nach dem Grand Prix von Barcelona bedrückt, fast schon resigniert. Ein Rennen, in dem er zwar eine starke Leistung zeigte – mit einem beeindruckenden Start, der ihm vier Positionen einbrachte – das Potenzial seines Boliden jedoch schlichtweg fehlte. Die Degradation der Reifen war katastrophal, der generelle Pace ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Die Punkte sind so weit entfernt wie in Melbourne, und das spiegelte sich deutlich in seinem Gesicht wider.
Ein rennen voller kompromisse
“Wir haben Autos geschlagen, die wir übertreffen wollten, die Haases. Wir waren im Kampf mit den Audis, die deutlich schneller sind, mittendrin. Der Start war exzellent, aber dann waren die Alpine in einer anderen Liga, wie wir die ganze Saison gesehen haben. Und auch die RB sind einfach eine Klasse für sich”, analysierte Sainz in einer schnellen, fast schon verzweifelten Bestandsaufnahme. Ein Lichtblick war die gute Reifenstrategie und die solide Fahrweise, doch die bittere Wahrheit blieb bestehen: der aktuelle FW48 offenbart seine Schwächen immer wieder.
Einzig eine optimierte Boxenstrategie hätte den Rennverlauf möglicherweise noch einmal verändern können. Sainz warf einen Blick zurück auf den Pitstop: “Bortoleto hat uns mit einem cleveren Undercut überholt, obwohl wir ihn das ganze Rennen lang im Auge behalten hatten. Eine etwas langsamere Boxenpause hätte das vielleicht verhindern können.”

Die bittere wahrheit: kein fortschritt
Doch die ehrliche Erkenntnis schmerzte am meisten: “Mal ehrlich, es war wirklich schlecht. Wir haben ein solides Rennen abgeliefert, einen guten Start hingelegt, hatten für das Auto, was wir haben, einen ordentlichen Rhythmus – am Ende waren wir aber nur Elfter oder Zwölfter, und das hauptsächlich dank der Probleme anderer Teams, nicht dank unseres eigenen Tempos. Ich hole das Maximum aus dem Auto heraus, aber es gibt einfach keine Möglichkeit, mit diesem Wagen um mehr zu kämpfen.” Die Situation ist frustrierend, besonders nach einer Heimstrecke, auf der die Schwächen des Autos so deutlich zum Vorschein kamen.
Die Fahrerwertung zeigt deutlich, dass der Abstand zur Spitze immens ist. Sainz hat zwar alles gegeben, aber die technischen Defizite des FW48 sind einfach zu groß. Es bleibt abzuwarten, ob Williams in der Lage ist, in der kommenden Saison einen spürbaren Fortschritt zu erzielen. Andernfalls wird Carlos Sainz wohl weiterhin seine Fähigkeiten maximieren müssen, ohne jedoch eine ernsthafte Chance auf größere Erfolge zu haben. Die Mannschaft steht vor einer gewaltigen Herausforderung, um den Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen.
