Sabalenka zerquetscht gauff in miami und macht das sunshine double perfekt

Aryna Sabalenka hat sich in Miami blutig gerächt – und wie. Mit 6:2, 4:6, 6:3 schlägt sie Coco Gauff im Endspiel, krönt sich zur Sunshine-Double-Königin 2024 und schickt eine Botschaft, die durch die gesamte WTA-Tour vibriert: Ich bin zurück auf dem Thron, und diesmal bleibe ich.

Die revanche kam mit verspätung – aber umso härter

Seit dem Roland-Garros-Debakel letzten Juni, als sie gegen Gauff eine Führung verspielte und sich selbst im Interview kaum mehr ertragen konnte, trug Sabalenka dieses Match wie Splitter unter der Haut. In Indian Wells ließ sie die Amerikanerin bereits im Achtelfinale keine Chance. Doch Miami war der große Auftritt: 1:0, Break. 3:0, Doppelbreak. 38 Minuten später saß Gauff mit leeren Blicken auf dem Stuhl, hatte gerade mal 36 % erste Aufschläge getroffen und keine einzige Breakchance erzwungen.

Der zweite Satz? Ein Stolperstein, den sich Sabalenka selbst legte. Plötzlich wurden die ersten Aufschläge kurz, der Vorhand-Inside-Out landete im Netz, und Gauff, die in dieser Saison 11 ihrer 14 Finals gewann, roch die Lücke. Beim Stand von 4:5 schlug sie zu – zwei passive Rückhandfehler der Weißrussin, Satzausgleich.

Im dritten satz zeigte sich, warum sie die nummer eins ist

Im dritten satz zeigte sich, warum sie die nummer eins ist

Zwei Doppelfehler von Gauff. Die zehnte Breakchance für Sabalenka. Diesmal verwandelt. Die Arena kochte, doch das Mikrofon war ab sofort wieder an Sabalenkas Seite. 4:1. 5:2. Und dann der Moment, der Miami-Sonnenuntergang einfing: Gauffs Rückhand segelt weit ins Aus, Sabalenka brüllt sich die Seele aus dem Leib und fällt auf die Knie – Sunshine Double, nur Serena Williams war das 2013-2015 dreimal hintereinander gelungen.

Die Zahlen sprechen Bände: 38 Winners, 11 Asse, 79 % Punkte nach erstem Aufschlag im ersten Satz. Und die Psyche? Keine einzige Unterbrechung durch den Schiedsrichter, obwohl das Publikum kurz vor dem Kollaps schien. Coolness, wo vor einem Jahr noch Funken flogen.

Mit diesem Triumph schiebt Sabalenka ihre Saison-Bilanz auf 24:2 und baut die Führung auf Gauff auf 4:3 in der Head-to-Head-Statistik aus. Für Gauff bleibt die Erkenntnis, dass sie zwar die Schnelligkeit hat, aber gegen eine Sabalenka im Rachemodus noch die eine Idee fehlt – die Idee, wie man Druck nicht nur erträgt, sondern zurückgibt.

Die Tour zieht nach Europa. Wer jetzt noch glaubt, Sabalenka könne in Madrid oder Rom gestoppt werden, sollte sich die letzten beiden Wochen nochmal ansehen. Die Krone sitzt fest – und sie trägt Miami-Staub als Zierde.