Sabalenka will fünf sätze: „mein körper schreit nach grand-slam-mehrleistung“

Aryna Sabalenka schlägt mit der offenen Hand zu – und trifft mitten ins Zentrum der Tennis-Welt. „Ja, lasst uns das machen!“ sagt die Nummer eins der WTA in Indian Wells, als man sie nach Best-of-five für Frauen fragt. Kein Zögern, kein politischer Satz, sondern ein Kampfansage, die bei Coco Gauff und Iga Swiatek sofort für Stirnrunzeln sorgt.

Die kraftfrage: wer verkraftet fünf sätze?

Sabalenka sieht sich selbst als Kraftpaket. „Ich hätte vermutlich schon zwei, drei Slams mehr, wenn wir fünf Sätze spielen würden“, rechnet sie laut vor. Ihr Argument: Sie besitzt die körperliche Wucht, die Langzeitlast als Vorteil. Coco Gauff kontert sofort: „Für mich okay, aber dann von der ersten Runde an. Zwischen Viertelfinale und Finale umzustellen, verzerrt den Wettbewerb.“ Swiatek geht noch weiter: „Das ist ein merkwürdiger Ansatz in einer Gesellschaft, die TikTok-Geschwindigkeit gewöhnt ist.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Craig Tiley, scheidender Australian-Open-Chef und designierter US-Tennis-Boss, zitiert interne Studien: „Viewer-Retention steigt mit der Matchlänge.“ Für ihn ist Best-of-five ab dem Viertelfinale kein Gender-Statement, sondern reine TV-Ökonomie. Jessica Pegula warnt dennoch: „Wir müssten den Kalender strecken – und wir kommen jetzt schon an unsere körperliche Grenze.“

Macht versus ausdauer: die spaltung innerhalb der tour

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Die Fronten sind klar. Sabalenka und ihre Schläger-Rivalinnen wie Elena Rybakina sehen im fünften Satz eine zusätzliche Waffe. Technische Grundlinienschläger wie Swiatek und Gauff befürchten Qualitätsverlust nach Stunde drei. Dahinter steckt ein tieferer Graben: Power-Tennis gegen Ausdauer-Strategie, Marketinggewinn gegen Gesundheitsschutz.

Die Entscheidung liegt beim ITF-Board im Juni. Sollte Best-of-five kommen, würde das Frauen-Tennis seine eigene Geschichte neu schreiben – mit Sabalenka als Glücksritterin und möglicherweise mit Swiatek als erste Verliererin eines verlängerten Formats. Eines ist sicher: Wer fünf Sätze übersteht, wird nicht nur gefeierter Champion, sondern auch neuer TV-Held. Ob das Publikum mitgeht, entscheidet sich 2027, wenn der erste Grand Slam über fünf Damensätze ausgespielt werden könnte.