Filip baranasic bleibt: ferndorf sichert sich stammkeeper bis 2027

Die Entscheidung fiel schneller als ein Siebenmeter von Filip Baranasic: Nach nur vier Monaten Leihe zieht der TuS Ferndorf die Kaufoption und bindet den kroatischen Schlussmann bis 2027. Der 25-Jährige, im Oktober 2025 als Notlösung für den verletzten Jonas Wilde angekarrt, avancierte zur festen Größe zwischen den Pfosten – und zum Publikumsliebling im Siegerländer Hexenkessel.

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Die Zahlen lügen nicht: 48 Paraden, eine Fangquote von 34 %, zwei Siege gegen Top-6-Gegner – Baranasic lieferte Statistiken, die Sportchef Michael Lerscht umgehend in Tinte setzte. „Wir wollten kein Pokerspiel“, sagt Lerscht, „Filip hat uns sofort Stabilität gegeben, das wollten wir nicht dem Zufall überlassen.“ Der Kroate selbst betont, dass er sich „von Tag eins zuhause“ fühlt – und das nicht nur wegen der „irren Kulisse“ in der heimischen Glashalle.

Die Verlängerung wirft gleichzeitig ein Schlaglicht auf die 2. Bundesliga-Situation: Torhüter mit BL-Erfahrung werden knapp. Nach dem Abgang von Wilde zum TBV Lemgo stand Ferndorf kurz vor dem personellen Blackout. Mit Baranasic und dem aufstrebenden Can Adanir besitzt der Klub nun ein Duo, das bis 2027 Planungssicherheit garantiert – und das bei einem durchschnittlichen Alter von 24 Jahren.

Intern heißt es, Baranasic’ Integration sei so reibungslos verlaufen, dass sich Mitspieler schon nach Wochen fragten, wie lange er eigentlich schon dabei sei. Die Antwort: ursprünglich nur bis Mai. Jetzt wird der ehemalige SG BBM Bietigheimer zum Garanten für den Klassenerhalt – und vielleicht mehr. Denn der TuS schielt nach Eigengewächsungen wie Adanir auf eine dauerhafte Doppellösung, die Liga-Konkurrenten vor Neid erblasst.

Für Baranasic selbst bedeutet der Deal die endgültige Abkehr vom Status „Leihgast“. Er kann sich in Ferndorf verwurzeln, die kroatische Nationalmannschaft ins Visier nehmen – und nebenbei die ein oder andere Siegerländer Tradition kennenlernen. „Ich bin kein Springer mehr, ich bin ein Ferndorfer“, sagt er. Die Fans werden’s feiern. Die Gegner werden’s fürchten. Und der TuS hat endlich wieder einen Keeper, der den Ball halten kann – und den Vertrag auch.