Sabalenka trainiert im brautschleier – ihr verlobter lacht, die gegnerinnen zittern
Indian Wells – Aryna Sabalenka hat den Court zur Catwalk gemacht. Statt Schläger zückte sie einen Schleier. Ein Fan warf, sie setzte. Lachte. Posing mit Blumenstrauß. Georgios Frangulis daneben, Grinsen breit wie das Coachella-Tal. Die Nummer eins der Welt spielt gerade nicht nur Tennis – sie inszeniert sich.

Der ring funkelt, der schleier flattert
Seit Januar wusste jeder, der zuhörte: Der Antrag ist nur eine Frage der Zeit. Sabalenka hatte live auf dem Center-Court schon Druck gemacht: „Danke an meinen Freund – vielleicht darf ich dich ja bald anders nennen?“ Die Wüste Kaliforniens war dann der richtige Ort. Diamant auf dem Finger, Schleier auf dem Kopf. Und sie trägt beides, während sie Returns donnert. „Er sitzt sehr bequem und funkelt wunderbar“, sagt sie und fügt hinzu: „Vielleicht lenkt der Diamant meine Gegnerinnen ein wenig ab.“
Die Gegnerinnen lachen nicht mehr. Sabalenaka steht im Viertelfinale, hat dabei kaum Sätze abgegeben. Ihre Vorhand knallt wie ein Startschuss, ihre Laune ist grenzenlos. Die Verlobung scheint kein Ablenkung, sondern Treibstoff zu sein.
Die Szene erinnert an Venus Williams, die 1998 in Melbourne ein rotes Kleid trug und sagte: „Ich will einfach nur schön spielen.“ Sabalenka geht weiter. Sie will schön sein und gnadenlos gewinnen. Der Schleier war ein Gag. Der Ring bleibt. Und die Gegnerinnen? Sie müssen jetzt gegen eine Braut antreten, die jeden Ball wie einen Brautstrauß zerquetscht.
Mittwochabend, viertel nach fünf Ortszeit, Sonne senkrecht über dem Court 2. Sabalenka trainiert Sprünge, der Schleier flattert im Wind wie ein Signal. Keine PR-Agentur, keine Show. Nur ein Moment, der zeigt: Sie hat sich selbst nicht mehr ernst genommen – und das macht sie gerade unberechenbar stark.
Die nächste Gegnerin wird es merken. Wer gegen eine Frau spielt, die im Brautschleier returniert, der spielt nicht nur gegen einen Schläger. Der spielt gegen eine Geschichte, die gerade erst beginnt.
