Sabalenka schlägt zurück: indian-wells-kracher mit rybakina endet im drama

Aryna Sabalenka hat in der Wüste Kaliforniens nicht nur den ersten Indian-Wells-Titel geholt – sie hat sich auch für die Demütigung von Melbourne gerächt. Nach 2:48 Stunden und einem Matchball, der am Netz klebte, stand die 27-Jährige mit 3:6, 6:3, 7:6 (8:6) als Siegerin da, die Hände vorm Gesicht, das Stöhnen des Publikums im Hals.

Die Zahlen lügen nie: 1,15 Millionen Dollar Preisgeld, 23. Karrieretitel, Platz eins sicher. Doch die echten Gewinne stehen nicht auf dem Scheck. Sabalenka bewies, dass sie in Großkampftagen nicht mehr zittert. Sie zielte, wo Rybakina sie in Australien traf – auf die Rückhand, ins Herz.

Rybakina erwischt den start, sabalenka das finish

Bei 32 Grad Schatten feuerte die Kasachin zunächst ihre Kanonen. 19 Winner im ersten Satz, ein Break bei 2:1, alles wie in Melbourne. Sabalenka schien die Hitze in den Knien, die Zweifel zwischen den Ohren. Doch dann drehte sie das Schalterchen. Plötzlich stand sie einen Meter vor der Grundlinie, nah Rybakina das Tempo, das Selbstvertrauen.

Im dritten Satz schlug sie beim 5:4 auf – und verwarf. Rybakina wehrte einen Matchball mit einem Return-Ass ab, das Stadion erbebte. Im Tiebreak lag Sabalenka 5:6 hinten, ein Aufschlagwechsel später 7:6. Der letzte Punkt: Halbvolley, Netz, Aus. Rybakina sackte auf dem Rücken zusammen, Sabalenka fiel auf die Knie.

Die neue nummer zwei zeigt keine tränen

Die neue nummer zwei zeigt keine tränen

Rybakina wird morgen erstmals die Weltrangliste als Zweite sehen. Sie verließ den Court mit schnellen Schritten, keine Wimper zuckt, keine Träne. Ihre Bilanz gegen Sabalenka steht bei 4:3, aber die Finals hat sie jetzt zwei Mal in Folge verloren. Der nächste Treffen rückt näher – Rom, Paris, vielleicht Wimbledon.

Für Sabalenka war es der zweite Titel des Jahres nach Brisbane. Ihr Coach Anton Dubrov bekam statt eines Handeschüttels einen Tragegriff: Sie sprang ihm um den Hals, so schwer, dass er zwei Schritt zurücktaumelte. „Ich habe es satt, große Finals zu verlieren“, hatte sie nach Melbourne gesagt. Jetzt kann sie es sich leisten, das Satz zu vergessen.

Die Saison ist jung, aber die Botschaft ist klar: Wer die Australien-Open-Siegerin schlagen will, muss mehr als nur Tennis spielen – man muss sie zerstören. Und Sabalenka hat bewiesen, dass sie auch aus Trümmern wieder auftauchen kann.