Rydzek verpasst kristallkugel, dahlqvist krallt sie ohne sieg
Coletta Rydzek schaffte das Finale, doch dort zerbarst der Traum. 16,63 Sekunden fehlten der 28-Jährigen auf dem zuckersüßen Schnee von Lake Placid – ein Rückstand, der wehtut und doch Hoffnung macht.
Schwedinnen fegen das podest
Linn Svahn rauschte zur Goldmedaille, Jonna Sundling sicherte Silber. Maja Dahlqvist landete nur auf Rang drei – und lacht trotzdem bis nach Stockholm. Die 29-Jährige sammelte konstant Punkte, während ihre Konkurrentinnen verletzungsbedingt ausfielen. Am Ende reichte ein dritter Platz für die kleine Kristallkugel. Kein Sieg, aber die Krone.
Rydzek dagegen musste sich mit Platz sechs begnügen. Die Oberstdorferin nutzte den Sturz von Tiril Udnes Weng im Halbfinale, schoss noch auf Position zwei, verlor im Finale jedoch Anschluss. „Das ist ein Erfolg und eine Lehre zugleich“, sagte sie nach dem Rennen. Ihre Saison-Wertung: Platz sechs – ein Sprung nach vorn, aber noch keine Kugel.

Pellegrino verabschiedet sich mit gold
Bei den Männern sorgte Federico Pellegrino für das letzte Kapitel einer beeindruckenden Karriere. Der 35-jährige Italiener flog den letzten Anstieg hinauf wie ein junger Gott, ließ Norwegen-Chef Johannes Høsflot Kläbo alt aussehen und sicherte sich in 2:47 Minuten den Sieg. Lars Heggen aus Norwegen und Anton Grahn aus Schweden kamen nicht mehr heran.
Deutschland bleibt hinter den Erwartungen. Jan Stölben und Elias Keck schafften zwar die Qualifikation, scheiterten im Viertelfinale. Bundestrainer Wolfgang Pichler zog ein verhaltenes Fazit: „Wir haben Potenzial, aber keine Konstanz.“
Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Kugeln sind verteilt. Doch die Bilder von Lake Placid bleiben: Svahn, die jubelt. Dahlqvist, die lacht. Und Rydzek, die weiß: Nächstes Jahr wird sie wieder angreifen.
