Rydzek krallt sich in lahti das podest – und schreibt ihre lieblings-story weiter

Lahti (Finnland) – Wer sagt, dass man sich nicht zweimal verlieben kann in dieselbe Piste? Coletta Rydzek sprintete am Freitag zum fünften Mal in ihrer Karriere auf das Weltcup-Podest – und wieder war es jener Schneestreifen am Vierumäki, der ihr vor zwei Jahren die erste Träne, vor zwölf Monaten den ersten Sieg und gestern den nächsten Beweis lieferte: Diese 1,2 Kilometer liegen ihr einfach im Blut.

Sundling entzaubert das feld, rydzek schlägt zurück

Die Schwedinnen Jonna Sundling und Linn Svahn machten das Rennen vor, Rydzek machte es hinten wieder spannbar. 2,9 Sekunden fehlten auf Svahn, 1,4 auf Sundling – ein Abstand, den die Oberstdorferin mit einem Lächeln quittierte, als hätte sie wieder entdeckt, warum sie überhaupt startet. „Ich kenne jede Kurve hier“, sagte sie im Ziel, „und die kennen auch meine Ski.“ Laura Gimmler, mit der sie in Milano-Cortina Bronze geholt hatte, kam auf Rang 14 ins Ziel, Sofie Krehl musste nach einem Stockbruch als 28. durchs Ziel staksen. Das deutsche Trio bleibt damit zusammen gerechnet auf Kurs – aber eben mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Die männer laufen sich fest – nur stölben übersteht den frühstart

Während die Frauen jubelten, steckten die Herren tief im Schnee. Jan Stölben schaffte als einziger deutscher Langläufer den Prolog, scheiterte dann im Viertelfinale an der Nadelöhr-Kurve, die in Lahti schon so manchen Favoriten verschluckt. Den Sieg sicherte sich Johannes Hösflot Kläbo – Weltcup-Sieg Nummer 110, Statistiker verloren längst die Übersicht. Für Deutschland bleibt die Rechnung einfach: Ein Podest, ein Achtungserfolg, viele Fragen.