Ruud krol: vom holländischen wunderkind zum napoletanen herzen
- Die „oranje“-farben und das azurblaue leuchten neapels
- „Fiori, fiori“ – sprachbarrieren und italienische fußballlektionen
- Vorbilder und träume: gianni rivera und der lago di como
- Johan cruijff: mehr als nur ein teamkollege – ein mentor
- Die zukunft des napoletanischen fußballs: malen, de roon und dumfries
Wer hat schon fünf Sprachen gelernt und dabei gelernt, den „Catenaccio“ zu verabscheuen? Ruud Krol, das holländische Ausnahmetalent, das nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Leben eine einzigartige Melange aus Sport, Philosophie und Annekdoten vereint. Mit 77 Jahren blickt er zurück auf eine Karriere, die ebenso von Triumphen am Spielfeld wie von den warmen Umarmungen der napoletanischen Fischersleute geprägt ist.
Die „oranje“-farben und das azurblaue leuchten neapels
16 Titel mit Ajax Amsterdam, das ist eine beeindruckende Bilanz. Doch für Krol sind es nicht nur die holländischen „Oranje“-Farben, die seine Karriere prägen. Es ist auch das azurblaue Leuchten Neapels, eine Zeit, die er mit einem Lächeln beschreibt: „Jedes Mal, wenn ich zurückkehre, reicht ein Taxifahrt, um mich in eine Flut von Erinnerungen zu stürzen.“
Die Jugend in Neapel sieht in ihm einen Helden – das ist mehr als nur ein Titel. Es ist die Anerkennung eines Spielers, der das Herz der Stadt erobert hat. Doch der Weg dorthin war nicht immer einfach. Krol erzählt von seiner Ankunft in Neapel, einem Hotelaufenthalt im Excelsior, der Suche nach einer Wohnung, die sich über vier Monate hinzog, und dem überwältigenden Empfang durch die Fischer von Mergellina. „Ich war nicht gewohnt, so viel Wärme zu erleben“, gesteht er.

„Fiori, fiori“ – sprachbarrieren und italienische fußballlektionen
Die sprachliche Barriere war zunächst eine Herausforderung. Krol erinnert sich lachend an ein Spiel gegen Ascoli, wo er versuchte, die Abseitslinie hochzuhalten, aber nur „Fiori, fiori“ rief. „Ich musste mir einen Italienischlehrer suchen“, schmunzelt er. Diese Anekdote zeigt nicht nur seinen Humor, sondern auch seine Entschlossenheit, sich anzupassen und zu lernen.

Vorbilder und träume: gianni rivera und der lago di como
Schon als Kind träumte Krol davon, Fußballprofi zu werden, inspiriert von seinem fußballbegeisterten Vater. Ein entscheidender Moment war ein Besuch am Lago di Como, wo er das Debüt von Gianni Rivera mitnahm. „Ich sagte meinem Vater: 'In Zukunft will ich auch in Italien spielen'“, erinnert sich Krol. Und tatsächlich, Rivera wurde zu einem seiner Vorbilder, und er durfte später sogar gegen ihn spielen.

Johan cruijff: mehr als nur ein teamkollege – ein mentor
Die Zusammenarbeit mit Johan Cruijff war prägend. Krol beschreibt ihn als „außergewöhnlich“, einen Spieler, der einen besser machte. Cruijff war nicht nur ein brillanter Fußballer, sondern auch ein „Trainer auf dem Platz“, der das Spiel intuitiv verstand. „Wir diskutierten viel, es war ein sehr ehrliches Verhältnis“, erklärt Krol.
Obwohl Krol den Fußball als Spieler beendet hat, hat er ihn als Trainer weitergelebt, in Belgien, der Schweiz, Ägypten, Marokko, Tunesien und erneut in den Niederlanden. Doch das Klima in Italien fehlte ihm, der Geschmack des Kaffees, die Sonne – all das war anders.

Die zukunft des napoletanischen fußballs: malen, de roon und dumfries
Auch heute noch verfolgt Krol die Entwicklung des italienischen Fußballs. Er lobt Malen, De Roon und Dumfries und sieht im Napoli trotz der Verletzungspech eine starke Mannschaft. „Das Problem war das Verletzungspech, aber sie sind trotzdem nicht unter die ersten Vier zurückgefallen – das zeigt, wie stark sie sind“, sagt er.
Spalletti oder Conte? Für Krol wäre die Zeit unter Spalletti die bevorzugte Wahl gewesen. Er schätzt eine Mannschaft, die immer offensiv spielt und den Gegner angreift. „Das ist mein Fußball – immer nach vorne.“
