Russell schlägt zurück: sprint-pole in china nach start-desaster von melbourne
George Russell donnert zum ersten Mal seit Suzuka 2023 wieder in eine Sprint-Quali-Spitzenposition – und das direkt mit einem Seitenhieb auf sein chaotisches Melbourne-Weekend. „Seit Australien haben wir ausschließlich daran gearbeitet, besser aus der Startbox zu kommen“, sagte der Mercedes-Pilot nach der Bestzeit im Shanghaier Nebel. Die 1:29,472 Minuten auf dem renovierten 5,4-Kilometer-Kurs bedeuten nicht nur die Pole für den Samstagssprint, sondern auch die vorläufige Antwort auf jene, die nach dem wilden ersten Sektor in Albert Park bereits den Silberpfeil abgeschrieben hatten.
Russell zieht die schotten dicht
Die Nummer 63 war nach dem Rennen Down Under so angefressen, dass er sich intern eine Start-Analyse wünschte, die laut Teamchef Toto Wolff „bis zur letzten Schraube“ ging. Ergebnis: eine modifizierte Kupplungssteuerung und ein neues Reifen-Heizprotokoll, das die Hinterreifen 0,3 schneller auf Temperatur bringt. „Das Auto fühlt sich wieder wie ein ganz anderer Boliden an“, lachte Russell und schlug dabei so locker auf das Monocoque, als wäre es sein privates Straßen-Coupé.
Die Strecke selbst lieferte den Rest. Mit durchschnittlich 235 km/h ist die Shanghai International Circuit dieses Jahr dank flacherer Kurven 3 und 14 sowie einem neuen Asphaltband mit Korngröße 9 ein High-Speed-Tempel. Russell: „Die Kurven 7 bis 9 sind jetzt so schnell, dass ich beim Einlenken fast die Zähne zusammenbeißen muss – das ist reine Glatitis-Geschwindigkeit.“
Verstappen hält sich zurück, norris attackiert
Während Max Verstappen nach einem verpatzten ersten Run nur auf Rang drei landete, schob sich Lando Norris dank eines späten Zweistoppers auf Startplatz zwei. Der McLaren fuhr im letzten Sektor 0,18 s schneller als Russell, verlor aber im ersten Mini-Sektor drei Zehntel – ein klassisches Downforce-Defizit auf der Geraden. „Wir haben morgen definitiv eine Schippe draufgelegt“, sagte Norris und ließ dabei seinen Energy-Druck fast unberührt stehen.
Kimi Antonelli, der 19-jährige Mercedes-Junior, wurde Neunter und muss im Sprint von Platz neun starten – ein kleiner Dämpfer nach den Top-5-Euphorien der Wintertests. Oscar Piastri wiederum schmiss seinen MCL38 in Q2 mit zu viel Gier in die letzte Schikane, landete nur auf P8. „Wir haben das Setup für Rennspeed optimiert, nicht für eine fliegende Runde“, rechtfertigte sich Piastri, während im McLaren-Motorhome bereits die Ingenieure mit Long-Run-Simulationen begannen.

Der countdown läuft: sprint um 11:00 uhr ortszeit
Morgen früh um 11:00 Uhr Shanghai-Zeit (05:00 MESZ) geht’s los – 19 Runden, null Boxenstopps, maximaler Tankdruck. Die Wetter-App zeigt 18 Grad und eine 40-prozentige Regenwahrscheinlichkeit. Wer in der ersten Runde zu viel Risiko nimmt, rutscht auf dem noch jungen Asphalt weg. Wer zu defensiv startet, landet im Mittelfeld und verliert wertvolle WM-Punkte. Russell selbst will den Bogen nach Melbourne sprengen: „Wenn ich morgen nach Turn 1 noch führe, ist die Rechnung aufgegangen.“
Die Fans bekommen das Rennen live bei NOW und Sky. Der Streaming-Pass kostet 19,99 Euro monatlich – ein Schnäppchen für alle, die sonst nur Highlights sehen wollen. Doch egal wie man schaut: Die Bilder werden zeigen, ob Mercedes’ Start-Repulatur nur ein einmaliger Glanz oder der Beginn eines neuen Angriffs auf Verstappen ist. Der Niederländer selbst schickt bereits seine übliche Kampfansage: „Pole ist schön, aber Punkte holt man am Sonntag.“ Die Antwort folgt in 24 Stunden – und sie könnte lauter sein als jede Motorenkühlung.
