Rüdiger raus: nagelsmann setzt auf schlotterbeck und tah – wm-platz in gefahr

Antonio Rüdiger muss umspringen. Der Weltmeister von 2014 und Stammspieler von Real Madrid rutscht bei der deutschen Nationalmannschaft vorerst auf die Bank. Julian Nagelsmann hat sich für das Testspiel gegen die Schweiz auf Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah als Innenverteidiger-Duo festgelegt – und signalisiert: Das soll kein Einzelfall bleiben.

„Die innenverteidigung ist das herzstück“

Nagelsmanns Aussage klingt wie ein Machtwort. „Als Trainer wechselst du nicht von Spiel zu Spiel deine Innenverteidigung“, sagte er am Mittwoch in Basel. „Die sollte nicht ständig verändert werden.“ Für Rüdiger bedeutet das: Er muss sich gedulden. Der 33-Jährige, zuletzt von Verletzungen zurückgeworfen, ist nicht mehr automatisch erste Wahl – trotz 82 Länderspielen und Champions-League-Erfahrung.

Doch Nagelsmann betont auch: Rüdiger akzeptiere die Entscheidung. „Er honoriert deren Leistung“, sagt der Bundestrainer. Und er lässt die Tür offen: „Es kann sich auch wieder drehen.“ Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) werde Rüdiger „eine gewichtige Rolle“ spielen – ob von Anfang an oder als Joker.

Rüdigers reaktion: profi statt protz

Rüdigers reaktion: profi statt protz

Rüdiger selbst reagiert gelassen. „Wenn Julian mich braucht, werde ich da sein, egal ob Startelf oder von der Bank“, sagte er dem „kicker“. Das klingt nach Teamplayer, aber auch nach Realität. Denn: Tah und Schlotterbeck sind in Topform. Tah liefert in der Bundesliga eine starke Saison ab, Schlotterbeck entwickelt sich beim BVB zum Führungsspieler. Beide sind jünger, beide sind schneller – und beide haben zuletzt kaum Fehler gemacht.

Nagelsmann weiß: In einem Turnier mit bis zu sieben Spielen und extremen klimatischen Bedingungen braucht er mehr als nur elf Stammspieler. „Es werden Sperren kommen, vielleicht auch Verletzungen“, sagt er. Rüdiger wird gebraucht – aber nicht unbedingt von Minute eins an.

Die botschaft ist klar: leistung zählt, nicht der name

Die botschaft ist klar: leistung zählt, nicht der name

Mit seiner Entscheidung schickt Nagelsmann ein Signal an den gesamten Kader: Wer sich ausruht, verliert den Platz. Selbst ein Weltmeister. Selbst ein Real-Star. Die Konkurrenz in der Abwehr ist offener als je. Und Rüdiger? Der muss jetzt zusehen, wie er zurückkommt – nicht mit Worten, sondern mit Tacklings, Kopfbällen und Siegeswillen. Die WM ist noch 77 Tage entfernt. Genug Zeit, um sich zu beweisen. Oder zu beweisen, dass er nicht mehr gebraucht wird.