Rückwärtsrolle und volltreffer: amateur jonas schlereth schlägt thw-stars
Die Profis müssen sich wieder anschnallen. Jonas Schlereth, 22, Regionaliga-Linksaußen der TSG Offenbach-Bürgel, schießt sich mit einem Kunststück in die Herzen der Handball-Deutschland und lässt Nikola Bilyk & Co. hinter sich. 990 von 2.300 Klicks im Daikin-Voting gehen an seine Seitwärts-Rolle und den 18-Meter-Bomben ins leere Tor – Tor des Monats Februar, Punkt.
Die szene, die alles entschied
Spitzenspiel gegen Tabellenführer ESG Gensungen/Felsberg, 59:59 in der Defensive, Ball lose im Rückraum. Schlereth hechtet, kippt sich in eine perfekt getimte Rückwärtsrolle, steht, zielt, schlenzt – Netz zappelt, Halle tobt. Die Aktion dauert keine drei Sekunden, reicht aber, um 43 Prozent aller Fan-Stimmen zu kassieren. Alissa Werle von den Berliner Füchsen landet mit einem Kempa-Trick aus dem Torwartwurf trotz 430 Stimmen nur auf Rang zwei. Bilyks Hinter-den-Rücken-Kunstschuss für Kiel gegen Magdeburg kommt auf 310 Klicks und muss sich mit Bronze begnügen.
Die Ironie: Das Spektakel hilft Offenbach-Bürgel nicht zum Sieg. Die Partie geht mit 30:31 verloren, Schlereths Trainer sieht trotzdem nur das Positive: „Wenn wir schon verlieren, dann mit dem schönsten Tor der Liga.“

Amateure vor profis – ein trend?
Das ist keine Einzelmaus. Bereits im Dezember setzte sich ein Kreisläufer aus der Verbandsliga durch, im November ein Oberliga-Keeper mit 24-Meter-Schlenzer. Die HBL hat das erkannt und öffnet das Voting bewusst für alle Spielklassen. Ergebnis: Virale Clips, mehr Reichweite, frisches Gesicht. Marketing-Chef Frank Menzel bestätigt: „Jeder kann mitmachen, und das Interesse steigt monatlich zweistellig.“
Die Konsequenz für die Stars: Trainieren, kombinieren, riskieren – sonst holt der nächste Hobbyspieler den Award. Die Konsequenz für Fans: Abstimmen geht nur über den kostenlosen WhatsApp-Kanal der Liga, Videos können bis Monatsende eingereicht werden. Sieger dürfen sich zudem für die Wahl zum Tor der Saison qualifizieren – Preisgeld inklusive.
Schlereth selbst ist nach wie vor fassungslos: „Ich wollte nur den Ball retten, dann hab ich ihn gesehen – leeres Tor, Mittellinie, Schuss.“ Der Gegner habe sogar applaudiert. Nächstes Ziel: Aufstieg in die 3. Liga. Und vielleicht das Tor des Jahres. Die Jury wartet schon.
