Eintracht frankfurt rüstet im nachwuchs nach: würzburger kickers werden zum elften partner
Frankfurt schlägt wieder zu – diesmal nicht auf dem Transfermarkt, sondern in der Talentschmiede. Die Eintracht lässt Unterfranken nicht mehr länger dem FC Bayern und deren Shootingstars Karl sowie Bischof. Mit den Würzburger Kickers haben die Hessen ihren bereits elften Jugendkooperationspartner an Land gezogen.
Der blick geht nach würzburg
1,3 Millionen Menschen wohnen in Unterfranken, und die Frankfurter Scouting-Abteilung kennt die Postleitzahlen mittlerweile auswendig. „Geografisch und von der Einwohnerzahl her ein sehr interessantes Gebiet“, sagt Alexander Richter, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Für den Bundesligisten ist die Region ein unvollständig geplündertes Revier. Die Würzburger Kickers fungieren künftig als regionales Sprachrohr und Ausbildungsplattform – von der U 8 aufwärts.
Die Kickers, momentan im Aufstiegsrennen der Regionalliga Bayern, bekommen dafig die Expertise eines Europa-League-Teilnehmers. „Meilenstein für unseren Verein“, kommentiert Präsident Michael Grieger. Die Vereinbarung sieht gemeinsame Trainingscamps, regelmäßige Trainer-Fortbildungen und schnelle Zugriffsrechte auf Talente vor. Frankfurt liefert Wissen, Würzburg liefert Spieler.

Die bisherige kooperationskette
Bereits zehn Klubs – darunter TuS Koblenz und Waldhof Mannheim – dienen der Eintracht als verlängerte Werkbank. Die Rothosen verstehen sich als regionale Dachorganisation, nicht als Karriere-Abkürzung. Talente sollen länger in ihrer Heimat bleiben, statt mit 14 in eine fremde Großstadt zu ziehen. Die Bilanz: Mehr als 50 Akteure schafften seit 2017 den Sprung ins Frankfurter U-Nationalteam, zwölf debütierten in der Bundesliga.
Die neue Partnerschaft läuft ab sofort, erste gemeinsame Lehrgänge sind für August geplant. Richter will „die Ausbildung im Rothosen-Leistungszentrum nachhaltig stärken“. Übersetzt: Frankfurt sichert sich Vorkaufsrechte an Würzburger Top-Talenten, bevor die Bayern zuschlagen. Ein verdeckter Kraftakt im ewigen Rennen um Deutschlands beste Jugendkicker.
Die Kickers erhoffen sich Imagegewinn und finanzielle Impulse. Die Eintracht erhält ein Tor nach Bayern – und damit neue Argumente im Kampf gegen die vermeintliche Provinz-Klusivität. Für Unterfranken beginnt ein neues Kapitel im Nachwuchs-Fußball, für Frankfurt ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg zur nachhaltigen Spitzenplatzierung. Die Botschaft ist klar: Wer künftig in Unterfranken Fußball spielt, spielt mit Blick auf Frankfurt.
