Rot-weiss essen streitet mit der stadt: 30-millionen-ausbau droht zu platzen
Der Aufstiegsträume von Rot-Weiss Essen sind echt – aber der Klub droht ausgerechnet in seiner eigenen Festung zu scheitern. Die Ecktribünen sollen zu, 30 Millionen Euro fließen, doch ein altes Problem blockiert den Bagger: Es fehlt der Pachtvertrag. Und den will die Stadt erst unterschreiben, wenn RWE für die 2. Liga deutlich mehr Miete zahlt. Der Vorstand lehnt 2,4 Millionen Euro jährlich ab. Ergebnis: Baubeginn 13. August 2026 steht, ist aber noch Luft.
Die stadt drückt aufs tempo – und die preisschraube
Dirk Miklikowski, Chef der städtischen GVE, macht es klar: „Ohne Pachtvertrag kein Bauratsbeschluss.“ Die Unterlagen für die Baugenehmigung liegen zwar, aber Verkehrs- und Emissionskonzept fehlen. Zeit wird knapp. Denn sollte RWE tatsächlich über die Relegation in die 2. Bundesliga springen, muss das Stadion technisch aufgerüstet werden: Notstromanlage, VAR-Zentrale, Glasfaser – alles Zusatzkosten, die der Klub allein tragen soll. Die Stadt signalisiert bereits, sie könne die 30 Millionen Euro notfalls selbst stemmen. Dann aber ohne RWE als langfristigen Mieter.
Der Verein wiederum spielt das Pokerspiel mit. Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer hat den „Letter of Intent“ seines Vorgängers über den Haufen geworfen. 2,4 Millionen Euro jährlich für die 2. Liga? „Zu teuer“, heißt es intern. Stattdessen wird über Alternativen gesprochen – etwa ein Ausweichstadion. Miklikowski wischt das ab: „Reine DFL-Formalie.“ Doch die Kontakte zu umliegenden Erst- und Zweitligisten laufen bereits. Sollte der Ausbau stocken, muss RWE woanders spielen – und das in der Saison, in der der Aufstieg Realität werden könnte.

Die uhr tickt lauter als der ball rollt
Am Samstag jubelte die Hafenstraße noch über das 4:2 gegen Aue. Jetzt rattert die Verwaltungsmaschine. Die Stadt will bis Ende Juni Klarheit, der Klub wartet ab. Die Fans planen schon jetzt die nächsten Derby-Partien – aber vielleicht in fremden Katakomben. Die Ironie: Je näher der Aufstieg rückt, desto größer wird die Schere zwischen sportlichem Traum und immobilienrechtlichem Albtraum. 25 Millionen Euro sind budgetiert, die letzte Ecke soll erst am 2. Mai 2028 stehen. Ob RWE dann überhaupt noch zuhause spielt, entscheidet sich in den nächsten Wochen – nicht auf dem Rasen, sondern im Konferenzraum.
