Rothfuss verpasst medaille – arsjö fliegt mit 7 sekunden vorsprung zum gold
Andrea Rothfuss bleibt bei ihren sechsten Paralympics auf der Strecke. Im Super-Kombi-Slalom von Cortina verpasste die 36-jährige Schwarzwälderin als Sechste die Podestplätze – und muss damit weiter auf ihre 15. Medaille warten. Stattdessen schraubte Schwedens Ausnahmeathletin Ebba Arsjö ihren Vorsprung auf irre 7,03 Sekunden und krönte sich zur unangefochtenen Königin der Kombination.
Die fakten in 90 sekunden
Rothfuss lag nach dem Super-G bereits 7,39 Sekunden zurück, riss im Slalom alles raus und kletterte auf Rang sechs – zu wenig. „Ich habe alles probiert, aber der Berg war heute einfach zu groß“, sagte sie nach dem Rennen mit zittriger Stimme. Ihre Teamkollegin Anna-Maria Rieder, 2023 noch Abfahrtsweltmeisterin, rutschte nach einem Desaster im Speed-Teil auf Platz elf ab.
Arsjö dagegen flog. Die 24-jährige Schwedin setzte sich im Super-G mit zwei Sekunden Vorsprung ab und ließ auch im Slalom nichts anbrennen. Hinter ihr landete die Französin Aurelie Richard auf Silber, Bronze ging an Wenjing Zhu aus China. Für Russland kam indes nichts: Warwara Worontschichina, gestern noch Goldjägerin, schied nach einem Fehler im Super-G aus.

Warum rothfuss trotzdem gewinnt
Die Zahlen sprechen gegen sie, die Geschichte für sie. Rothfuss hat sich nach Krebs, Hüft-OP und Corona-Infektion zurückgekämpft – und das allein ist schon Gold wert. „Ich bin heute gestartet, um meiner Tochter zu zeigen: Aufgeben kommt nicht in Frage“, sagte sie. Ihre sechste Teilnahme ist damit ihr persönliches Medaillen-Rennen. Die 15. Medaille? Vielleicht im Slalom am Freitag. Vielleicht auch nicht. Aber sie ist noch da – und das ist die eigentliche Sensation.
