Rory mcilroy lädt die golf-götter zum kaviar der grünen jacke
35 Grüne Jacken, eine Rechnung und ein Menü, das selbst den Chairman schwärmen lässt: Rory McIlroy hat die Champions-Dinner-Tradition des Masters auf ein neues Level katapultiert – und dabei seine eigene Siegesserie von 2025 gefeiert, als hätte es nie einen Zweifel gegeben.
Ein tisch, 33 legenden und zwei leerstellen
Tiger Woods bleibt der Halle fern, Phil Mickelson wegen Familienpflichten zu Hause – was bleibt, ist eine verschworene Runde von 33 Siegern, die sich im zweiten Stock des Augusta National Clubhouse versammeln. Fred Ridley, der Chairman, sitzt wie immer links vom Gastgeber, doch diesmal ist es McIlroy, der den Champagner öffnet. Salon Brut 2015, 80 Euro die Flasche im Handel, hier nur der Einstieg. Die echte Botschaft: Ich bin zurück, und ich habe Geschmack.
Die Zahl 35 steht für die noch lebenden Masters-Champions, doch nur 33 trafen ein. Die Abwesenheit von Woods wirkt wie ein unsichtbarer Platzwagen – alle wissen, dass er irgendwo in Florida den Fernseher einschaltet, aber keiner spricht es aus. Stattdessen flüstert man über das Elk-Miniburger-Amuse-Bouche, das McIlroy als Reminiszenz an seine Vorbereitung auf den Triumph letztes Jahr servieren lässt. „Ich habe Unmengen Elch gegessen, aber ich wollte keinen riskanten Hauptgang“, sagt er trocken. Die kleinen Slider verschwinden in Sekundenschnelle.

Mama rosie, eric ripert und ein jahrgang 1989
Zwischen den Gängen erzählt McIlroy, wie er die Küche von Le Bernardin in New York überredete, ihm das Tuna-Foie-Gras-Carpaccio-Rezept auszuhändigen. Die Augusta-Chefs flogen hin, kochten Seite an Seite mit Eric Ripert – ein PR-Coup, der selbst die alten Hasen staunen lässt. Dazu serviert der Nordire einen Château d'Yquem 1989, sein Geburtsjahr. „Flüssiges Gold“, murmelt Bernhard Langer und lässt das Glas noch einmal kreisen.
Die Rechnung? McIlroy zuckt nur mit den Schultern. Interne Schätzungen liegen bei 1.200 Dollar pro Kopf – mit Weinen, die auf der Wine-Searcher-Liste nur mit „price on request“ auftauchen. Der Lafite 1990 alleine kostet im Restaurantbereich schnell 3.000 Dollar die Flasche. Doch das ist nicht seine größte Sorge. „Ich wollte sicherstellen, dass niemand nach dem dritten Gang aufsteht und sagt: ‚Ich geh lieber nach Hause.'“
Der Abend endet gegen Mitternacht. Die Jacken hängen wieder im kleinen Schrank neben dem Champions-Lockerroom, die Weingläser sind poliert. Draußen auf dem Range flackert schon das Licht für die Pro-Am-Gruppen von morgen. McIlroy bleibt noch einen Moment am Fenster stehen. „Nächstes Jahr sitze ich wieder hier“, sagt er leise. „Dann bestelle ich einfach das Gleiche.“ Keine Drohung, nur eine Tatsache.
