Volley: italienische damen stürmen zurück – velasco warnt vor „arrabbiate“ gegnerinnen!
Mailand – Nach einer beispiellosen Erfolgsserie von 36 gewonnenen Spielen und zwei Jahren voller Triumphe schickt das italienische Damen-Volleyballnationalteam unter Trainer Velasco nun den Blick nach vorne. Das Ziel: Die Europameisterschaft und die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Doch der erfahrene Coach warnt: Die Konkurrenz wird hungrig sein.
Die demut als schlüssel zum erfolg
„Wir müssen uns vorstellen, die letzten Wettbewerbe verloren zu haben“, erklärt Velasco, der seit drei Sommern das Ruder beim Nationalteam übernommen hat. „Während wir die gewonnenen Titel feiern, werden alle Mannschaften, die gegen uns verloren haben, mit neuem Elan und unbändigem Willen zurückkehren. Sie werden uns bezwingen wollen.“ Diese Philosophie soll das Team auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereiten, insbesondere auf die Europameisterschaft (21. August – 6. September), die gleichzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele darstellt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der taktischen Flexibilität. Velasco testet neue Aufstellungen, darunter den Einsatz von Antropova als Außenangreiferin. „Wir müssen neue Dinge ausprobieren, um unseren Gegnern stets einen Schritt voraus zu sein“, so der Trainer.

Inspiration aus dem wintersport
Die Leistungen italienischer Sportler bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo sollen dem Volleyballteam als Vorbild dienen. Besonders die Geschichte von Federica Brignone, die nach einer schweren Verletzung zwei Goldmedaillen gewann, beeindruckt Velasco. „Wir müssen wie Brignone spielen: entspannt, ohne Druck, aber mit dem Anspruch, eine bessere Volleyballmannschaft als unsere Gegner zu sein.“
Velasco kündigte außerdem eine ungewöhnliche Maßnahme an, um die Belastung der Leistungsträgerinnen zu reduzieren. Vier Schlüsselspielerinnen (Egonu, Sylla, Orro und Danesi) erhalten 40 Tage zusätzliche Ruhezeit und schließen sich erst in der dritten Woche der Nations League in Hongkong an. Eine Strategie, die bereits 1990 bei den Spielen Parma-Modena angewandt wurde.
Die Auswahl der Spielerinnen erfolgte nach dem Kriterium der Leistung in den jeweiligen Vereinen, wobei Velasco einige Ausnahmen machte. Rebecca Piva, eine der besten Spielerinnen im letzten Finale, wurde überraschend nicht berücksichtigt. „Die Nationalmannschaft ist nicht die Summe der besten Spielerinnen, sondern die Auswahl derjenigen, die am besten geeignet sind, unsere Ziele zu erreichen“, betonte der Coach.
Die kommende Saison wird zeigen, ob Velascos Strategie aufgeht und ob das italienische Damen-Volleyballnationalteam seine beeindruckende Erfolgsserie fortsetzen kann. Die Zeichen stehen auf eine spannende und herausfordernde Zeit für den italienischen Volleyballsport.
