Roma-juve 3:3: gatti trifft in der 93. minute und rettet die bianconeri
Es war schon fast vorbei. Zwei Tore Vorsprung, zwölf Minuten vor Schluss, der Champions-League-Platz zum Greifen nah. Dann kam Federico Gatti. Sein Kopfball in der 93. Minuteverwandelte eine sichere Roma-Niederlage in ein 3:3, das das Olimpico in Schockstarre versetzte und Juventus mit einem Bein noch im Rennen hält.
Ein abend, der aus zwei spielen bestand
Die erste Halbzeit gehörte eigentlich der Juve. Spallettis Mannschaft bewegte sich flüssig, presste aggressiv und ließ die Roma kaum Luft zum Atmen. Das Problem blieb dasselbe wie die ganze Saison: Vor dem Tor hörte die Schönheit auf. Wesley machte es in der 39. Minute besser. Ein Schuss mit dem rechten Fuß vom linken Strafraumeck, halbhoch, eigentlich haltbar für Perin. Der Torwart sah dabei nicht gut aus. 1:0 für die Roma.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit antwortete Juventus mit dem schönsten Tor des Abends. Francisco Conceiçao nahm einen Koopmeiners-Freistoß volley aus dem Halbfeld und schoss die Kugel unter die Latte. Keine zwei Minuten waren gespielt. Dann aber folgte der Einbruch, den niemand erwartet hatte.

Wie die roma einen sieg aus der hand gab
Cambiaso verlor Ndicka beim Eckball aus den Augen. Der Ivorer traf per Grätsche zum 2:1. Danach legte Malen mit einem Chip über den herauslaufenden Perin nach. 3:1 für die Roma, 66. Minute. Das war der Moment, in dem Gasperini auf Verwaltung umschaltete. Ghilardi und El Aynaoui kamen für Cristante und Rensch. Die Stabilität, die er damit kaufen wollte, bekam er nicht.
Denn Zhegrova, einer der Joker Spallettis, begann die linke Seite zu dominieren. Sein Zuspiel ermöglichte Boga das 2:3 in der 79. Minute, ein Diagonalschuss nach einer kurzen Celik-Abwehr. Und dann, in der 90+4. Minute, eine Zhegrova-Freistoßflanke, eine Ablenkung in der Mitte, und Gatti hämmerte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz. Svilar hatte keine Chance.

Was dieses remis für die tabelle bedeutet
Juventus bleibt vier Punkte hinter dem vierten Platz. Das klingt nach wenig. Aber die Bianconeri spielen nur einmal pro Woche, haben einen günstigeren Restkalender und vor allem jetzt wieder das Gefühl, dass dieser Rückstand aufholbar ist. Die Roma hingegen hat in zwölf Minuten drei Punkte verbrannt, die sie fast schon in der Tasche hatte.
Gasperini wird die Bilder dieser letzten Viertelstunde so schnell nicht vergessen. Genauso wenig wie die Roma-Fans, die nach dem Schlusspfiff zwischen Fassungslosigkeit und Wut pendelten. Gatti traf. Und plötzlich ist alles wieder offen.
