Rohrbach wirft huskies schiedsrichter-beeinflussung vor: „das ist ein no-go“
Die Play-off-Luft brennt – und zwischen Lausitz und Kassel lodert ein Eklat, der weit über das Eis reicht. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach präsentierte am Mittwoch zwei schwere Vorwürfe gegen den DEL2-Topfavoriten: Strafanzeige wegen Kassels Trainer Todd Woodcroft nach einem „Kill-you“-Gesten-Vorwurf sowie den Vorwurf der Schiedsrichter-Beeinflussung durch Huskies-Offizielle noch vor dem vierten Viertelfinal-Spiel.
„Daumen ans halsohr“ – woodcroft soll arena-mitarbeiter bedroht haben
Rohrbachs Schilderung klingt wie aus einem Crime-Drama. Beim Kasseler Morgen-Training in der Lausitz-Arena habe Woodcroft den stellvertretenden Catering-Chef verbal attackiert und anschließend „den Daumen ans Halsohr gelegt – ein „I kill you“-Zeichen, wie es der Betroffene interpretiert“. Die Polizei bestätigte Ermittlungen wegen Drohung, Liga-Chef René Rudorisch und der DEB sind informiert. Woodcroft schweigt bislang.

Schiedsrichter-besuch ohne gegenpart: „einflussnahme“
Noch brisanter: Laut Rohrbach seien zwei Huskies-Funktionäre eigenmächtig ins Offizielle Zimmer der Schiedsrichter gegangen – ohne Lausitzer Beisatz. „Das ist ein No-Go. Die Schlussfolgerung für uns: Es wurde Einfluss genommen“, so Rohrbach. Fragwürdige Entscheidungen folgten prompt: zwei umstrittene 5-gegen-3-Situationen gegen die Füchse, ein annulliertes Tor. Die Liga prüft Zeugenaussagen.
Die Huskies wiesen alle Vorwürfe zurück und sprechen von „verzweifelten Ablenkungsmanövern“. Doch der Schaden ist da. Die Serie steht 3:1 für Kassel, Spiel fünf findet Freitag in der nordhessischen Stahlstadt statt. Verliert Lausitz, ist die Saison vorbei.

Verletzungsmisere trotz play-off-fight
Rohrbachs Blick richtet sich nach vorn – mit nur drei kompletten Sturmreihen. Ein weiterer Stürmer fiel am Dienstag aus, Einsatz offen. „Wir fahren mit breiter Brust nach Kassel. Vielleicht gelingt uns der Coup, und wir erzwingen Spiel sechs“, sagt er. Die Füchse haben in dieser Serie bewiesen, dass sie den Favoriten ärgern können. Ob sie auch die juristische Nachspielzeit überstehen, entscheidet sich nun parallel auf dem Eis und in den Büros der Liga.
Ein Sieg in Kassel würde nicht nur die Saison verlängern, sondern auch das Machtgefüge in der DEL2 durcheinanderwirbeln. Die Füchse spielen um mehr als nur das Halbfinale – sie spielen um Glaubwürdigkeit und Fairness im deutschen Eishockey. Die Uhr tickt. Freitag, 19.30 Uhr, Eissporthalle Kassel. Dort wird klar, ob Lausitz noch ein Heimspiel bekommt – oder ob der Schiri-Skandal die Schlagzeilen überlagert.
