Rockets kapitulieren wieder in crunch-time – durants selbstanklage reicht nicht
Die Uhr tickte runter auf 2:34 Minuten, Houston führte 88:87 – und dann passierte wieder genau das, was die Rockets in dieser Saison am häufigsten passiert: nichts. Kein Korb, kein Plan, kein Playmaker. Am Ende steht eine 92:100-Niederlage gegen die Lakers, die wie ein Déjà-vu wirkt.
Kevin Durant trug die Schuld sofort auf sich. „Ich habe uns das Spiel gekostet. Punkt“, sagte der 37-Jährige nach seiner zweiten Fehlstart-Halbzeit binnen 48 Stunden. Zweimal nur zwei Punkte im ersten Halbzeitdurchgang, zweimal ein Aufbäumen im dritten Viertel, zweimal Blackout im Schlussabschnitt. Die Statistik lügt nicht: nur zwei Würfe in den letzten zwölf Minuten, beide verfehlt.
Die rockets haben ein clutch-problem – und es ist chronisch
Die Zahlen sind hart wie Stahl: 18 Siege, 20 Niederlagen in Spielen, die mit fünf Punkten oder weniger entschieden wurden. Kein Top-Sechs-Team im Westen kostet sich so viele knappe Pleiten wie Houston. Gegen die Lakers war es das gleiche Bild: 23 Sekunden ohne Punkt zwischen der 6:00- und der 0:23-Marke des vierten Viertels. In dieser Phase legte Los Angeles mit einem 9:0-Lauf das Spiel auf 97:88 fest.
Ohne echten Point Guard bleibt die Offense stechen. Coach Ime Udoka rotiert zwischen Fred VanVleet und Jalen Green, doch keiner von ihnen ist ein traditioneller Floor General. Matt Barnes brachte es auf den Punkt: „Sie haben niemanden, der wirklich das Spiel lenkt.“ Die Folge: isolierte Durant-Zwischentöne, stehende Mitspieler, verzweifelte Würfe gegen die Uhr.
Die Kritik kommt nicht von außen. Vernon Maxwell, Ex-Rocket und MSG-Analyst, schoss nach der Partie scharf: „Alle stehen nur herum und schauen KD zu.“ Maxwell kennt das alte Houston, das mit Hakeem Olajuwon und Clyde Drexler funktionierte, weil Rollen klar verteilt waren. Heute wirkt das System wie ein Puzzle mit fehlenden Eckstücken.

Platz fünf reicht nicht, wenn atlanta vor der tür steht
Mit 41:27 bleibt Houston fünfter Westen – ein Schein-Ruhm. Die Hawks kommen am Freitag mit elf Siegen in Serie, und die nächsten Gegner heißen Denver, Boston, OKC. Die Rockets müssen jetzt antworten, sonst rutscht die Saison in die Play-In-Zone. Durant glaubt trotzdem an das Rematch: „Wir haben Film, aus dem wir lernen können.“ Aber Filme kann man sich nur ansehen, wenn man nicht selbst der Bösewist ist.
Die Uhr tickt. Die Liga macht nicht halt. Und Houston steht erneut vor der Frage: Wer trifft den entscheidenden Wurf, wenn der Druck am größten ist? Bisher hat das Team keine Antwort – nur ein Durant, der die Schuld auf sich lädt und trotzdem nicht weiß, wie er das Spiel lenken soll.
