Kleinschmidt verlässt tus nettelstedt-lübbecke – torwartpoker in der 2. liga beginnt

Louis Kleinschmidt packt seine Koffer. Der 21-jährige Keeper, der in dieser Saison nur für die zweite Garde von LIT 1912 II zwischen den Pfosten stand, wird den TuS Nettelstedt-Lübbecke nach eigenen Angaben verlassen. Kein einziges Mal durfte er in der Zweitliga-Elf auflaufen – ein Umstand, der nun Konsequenzen hat.

Die zahlen sprechen eine klare sprache

Die zahlen sprechen eine klare sprache

In 18 Regionalliga-Einsätzen hielt Kleinschmidt den Kasten sauber, verpasste aber den Durchbruch beim Hauptverein. Geschäftsführer Rolf Hermann bestätigt den Abgang knapp: „Die Rolle des dritten Torhüters werden wir künftig intern besetzen.“ Das klingt nach einem geplanten Machtwort – und nach einer Kampfansage an externe Bewerber.

Der Weg führte Kleinschmidt 2022 vom TBV Lemgo nach Lübbecke, wo man ihm Perspektive versprach. Stattdessen wurde er zur Leihgabe in der vierten Liga degradiert. Für einen jungen Profi, der sich mit Bundesluft schmücken wollte, ist das ein Frustsieg ohne Sieg.

Intern kursiert bereits ein Name: Finn Dahms, 19, bisher zweiter Keeper der U21, soll im Sommer aufrücken. Dahms trainiert seit Wochen mit dem Profikader, die Signalwirkung ist nicht zu überhören. Die Entscheidung ist laut Verein „zeitnah“ zu verkünden – ein Euphemismus für: Sobald der Vertrag unterschrieben ist.

Kleinschmidt selbst schweigt bislang zu seiner Zukunft. Agenturkreise munkeln, dass sich Zweitligist ASV Hamm bereits gemeldet hat. Dort würde er mit Matti Kott konkurrieren – ein Duell, das sich der ehemalige Junioren-Nationaltorwart vermutlich nicht nehmen lässt. Die Gerüchteküche brodelt, der Transferticker der Branche füllt sich.

Für den TuS bedeutet der Weggang einen kleinen Schnitt. Mit Tim Götz und Jan-Steffen Meierstehen zwei erfahrene Keeper unter Vertrag, die interne Hierarchie bleibt unangetastet. Dennoch: Ein externer Neuzugang wäre ein Eingeständnis, dass die Talentschmiede nicht endlos produktiv ist. Die Verantwortlichen setzen nun auf Region statt Reklame.

Louis Kleinschmidt verschwindet stiller, als er kam. Ein Jahr Dienst in der Provinz, null Bundesligaminuten – und trotzdem wird er bald wieder woanders stehen. Der Handball vergisst schnell, die Statistik aber speichert alles. Seine next stop könnte die Erinnerung daran sein, dass er einmal kurz davor war, ganz oben mitzumischen.