Robert griffin iii kehrt zurück – für olympia 2028 im flag football
Er war das Ausnahmetalent, das nie ganz funktionierte. Jetzt, acht Jahre nach dem Karriereknick, schlägt Robert Griffin III ein neues Kapitel auf – nicht mit Helm und Schulterpolstern, sondern mit einem Stoffband um die Hüfte.
Der ehemalige Heisman-Trophy-Gewinner und NFL-Quarterback mischt beim ersten Trainingscamp der US-Flag-Football-Nationalmannschaft in Kalifornien mit. Ziel: WM-Ticket im August, Olympia-Ticket 2028. Ein Spieler, der einst als Gesamtzweiter gedraftet wurde, muss sich nun gegen Hobbyathleten und Ex-College-Profis durchsetzen.
Warum griffin? und warum jetzt?
Die Antwort steckt im Regelwerk. Flag Football ist kein Schutzraum für 36-jährige Knie, sondern ein Tempo-Spiel, das Schnelligkeit über Kraft stellt. Griffin lief 4,41 Sekunden über 40 Yards – das reicht auch 2025 noch. „Er hat den Ball in Rekordzeit weg“, sagt Teammate Darrell Doucette III, selbst TikTok-Star und aktueller Starter. „Aber er muss lernen, dass hier nicht der stärkste Arm gewinnt, sondern der kreativste Kopf.“
Das Camp in Carlsbad ist Teil eines Drei-Schritt-Plans. April, Mai, Juni – nach jedem Block fallen Spieler raus. Am Ende bleiben zwölf, die nach Düsseldorf fliegen. Dort wartet vom 13. bis 16. August die IFAF-WM, das erste echte Olympiatestspiel. Wer auffällt, landet auf der Langliste für Los Angeles 2028.

Die ironie hinter dem comeback
Griffin war einst der neue Steve Young, bevor ein ACL-Riss und ein mangelhaftes Slide-Game seine Karriere abwürgten. 43 Touchdowns, 9271 Yards – Statistiken, die heute in Flag Football keine Rolle spielen. Stattdessen zählt: Wie schnell erkennt er den Blitz? Wann wirft er den Checkdown? Kann er mit drei Rushern im Rücken noch einen 20-Yard-Post raushauen?
Die Antwort lieferte er vergangenes Wochenende im Fanatics Classic. Gegen ein Team um Tom Brady und Joe Burrow schmiss er zwei Touchdowns, kein Interception. Doucette lobte: „Er spielt nicht gegen uns, er spielt mit uns.“ Das klingt nach Kader-Chance.
Und die USA? Die braucht ein Gesicht. Flag Football ist auf dem Olympischen Programm, weil die NFL dafür Lobbyarbeit leistete. Die Liga will Jugendliche erreichen, will Globalisierung. Ein ehemaliger Superstar, der auf Instagram 1,3 Millionen Follower hat, passt ins Bild besser als ein anonymer College-Spieler.
Fazit: Griffin muss nicht mehr der Beste sein – er muss nur noch er selbst. Wenn er im August in Düsseldorf aufläuft, ist das kein PR-Gag, sondern ein letzter Beweis: Manchmal gewinnt nicht der Schnellste, sondern der, der noch einmal losläuft, obwohl alle schon aufgehört haben.
