Empor rostock verzichtet auf zweitliga-zulassung und trennt sich von trainer jacobsen

Der Handball-Traditionsklub Empor Rostock zieht den Stecker – und das gleich doppelt. Keine Lizenz für die 2. Bundesliga, kein Trainer Michael Jacobsen mehr. Die Entscheidung wirkt wie ein Schnitt ins eigene Fleisch, ist aber längst kalkuliert.

Geschäftsführer Tristan Staat spricht nach dem Arbeitstreffen von Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung von „Kraft tanken“. Gemeint ist: Erstmal runter auf 3. Liga, um danach wieder durchstarten zu können. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, so Staat, erlaubten keinen verantwortbaren Aufstieg. Sponsorenzusagen fehlen, die Empor Handball GmbH stemmt derzeit zu viel Schuldenlast.

Jacobsen zieht konsequenz und nutzt ausstiegsklausel

Jacobsen zieht konsequenz und nutzt ausstiegsklausel

Michael Jacobsen kam erst im vergangenen Sommer, jetzt ist Schluss. Der 45-Jährige aktivierte eine Vertragsklausel, nachdem sich intern die Meinungen über die sportliche Zukunft auseinanderentwickelten. „Ich habe die Zeit in Rostock sehr geschätzt“, sagt er, doch der nächste Schritt sei fällig. Bis Saisonende bleibt er, danach ist Schluss. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits.

Empor Rostock – sieben DDR-Meisterschaften, sieben Pokalsiege – spielt seit Jahren auf niedrigem Flug. Der Absturz aus der Bundesliga ist längst Geschichte, doch der Wiederaufstieg verläuft holprig. Die Lizenzverzichtserklärung ist kein Akt der Demut, sondern der Selbstschutz. Die Kasse ist leer, die Infrastruktur marode, das Partnerumfeld unzuverlässig.

Die Mannschaft steht vor einem Umbruch. Strukturen, die Jacobsen aufbaute, sollen erhalten bleiben – doch wer sie übernimmt, ist offen. Die Vereinsführung betont: Der neue Coach muss sportlich und finanziell passen. Eine Formel, die selten auf Anhieb funktioniert.

Die Saison läuft noch, doch der Blick richtet sich bereits auf 2025. Die Devise lautet: erst stabilisieren, dann angreifen. Ob das reicht, um den einstigen Glanz zurückzuholen, bleibt offen. Fakt ist: Empor Rostock schreibt gerade kein Kapitel Sieg, sondern eins der Sanierung. Und das ist nicht das erste Mal.