Riot brennt 71 millionen: lec bleibt milliardengrab trotz 162 % sponsor-sprung
Riot Games hat seit 2018 71 Millionen Euro in die League of Legends EMEA Championship (LEC) gesteckt – und bekommt dafür weiterhin rote Zahlen zurück. 2024 schrumpfte der Minusposten zwar von 28,5 auf 18,1 Millionen, doch das Wachstum kommt fast ausschließlich von Sponsoren, nicht vom Spiel selbst.
Die gewinner heißen fnatic & co – nur die teams nicht
2023 verteilte Riot noch 26 Millionen Euro an die zehn Franchise-Partner. 2024 waren es nur noch zwölf. Die Lizenzverträge wurden umgeschrieben: Mehr Geld hängt jetzt an Platzierungen und Social-Media-Aktionen, nicht an Startrechten. Wer nicht performt, fliegt finanziell tiefer – trotz garantiertem Slot.
Der FC Schalke 04 nutzte diese Angst schon 2021 aus und verkaufte seinen Platz für 26,5 Millionen Euro an Team BDS. 2024 zog der Klub sich komplett aus LoL zurück. Von den Gründungsmitgliedern sind nur noch G2 Esports, Fnatic, Team Vitality und SK Gaming dabei – alle anderen Plätze wechselten Besitzer oder schließen sich neu auf.

Marketing oder sport? riot schiebt die antwort aufs spiel
Maximilian Peter Schmidt, EMEA Esports Director, betont, dass eSport „nicht primär Werbeinstrument“ sei. Tatsächlich aber fließt jedes eingesparte Cent zurück in Reichweite statt in Rendite. League of Legends zählt weltweit 140 Millionen registrierte Accounts, 30 Millionen sollen monatlich aktiv sein – ohne China. Die LEC soll diese Zahl stabil halten, nicht das Konto füllen.
Die Botschaft ist klar: Solange die Marke wächst, darf die Bilanz bluten. Für die Teams bedeutet das: Gewinnen ist schön, Content ist König, Cashflow ist Selbstversorger. Die nächste Lizenzrunde beginnt 2025 – mit neuen Anforderungen und wahrscheinlich weniger Garantien. Wer dann noch dabei ist, muss sich fragen: Lohnt sich ein Slot, der sich nicht selbst trägt? Die Antwort steht in den nächsten 71 Millionen.
