Ricarda funk fegt daheim alles weg – wm-signal ist raus

Ricarda Funk fährt, als gäbe es keine Gegnerin, nur Wasser und Torlinien. 94 Sekunden Flüssigkeit, null Fehler, und schon steht sie in Augsburg wieder ganz oben. Gold im Heim-Weltcup, vor Familie, Freunden und der australischen Supermacht Jessica Fox, die diesmal schon im Vorlauf strauchelte.

Fox patzt, funk lacht

Die dreimalige Olympiasiegerin aus Down Under schlug zweimal an Tor 18 an, landete nur auf Rang 16 und durfte zuschauen. Funk nutzte die Szene gnadenlos. Im Finale blieb die Kölnerin die Kälteste: Camille Prigent aus Frankreich wurde auf 1,42 Sekunden distanziert, die Polin Klaudia Zwolinska holte Bronze. Emily Apel schaffte als Fünfte dennoch ein starkes Ergebnis.

Die 34-Jährige vom KSV Bad Kreuznach trainiert seit Monaten auf dem Augsburger Eiskanal und wusste genau, wo das Wasser bissig wird. „Ich bin mega happy, vor allem über den Finallauf – der war nahezu perfekt“, sagt sie, noch völlig durchnässt, das Haar am Paddel klebend. „Gerade vor denen, die mich jeden Morgen rausschicken, fühlt sich so ein Lauf wie ein Dankeschön an.“

Countdown oklahoma: 38 tage

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Mit dem Heimsieg schickt Funk eine klare Botsung Richtung WM in Oklahoma City. „Jetzt weiß ich: Ich kann mithalten. Die Winter-Arbeit zahlt sich aus.“ Die Kajak-Spezialistin hat ihre Formkurve exakt auf den 20. Juli zugeschnitten, wenn es im Wildwasser der Arkansas um den nächsten großen Titel geht.

Die Konkurrenz schwört auf Taktik und Videoanalyse. Funk schwört aufs Gefühl. Wenn das Herz schlägt wie ein Metronom und der Puls bei 180 bleibt, dann weiß sie: Jetzt oder nie. In Augsburg war jetzt – und es war sie.