Rfef zieht madrid den zettel durch – castilla-spiele vorgezogen
Die spanische Fußball-Föderation rückt für Real Madrid den Kalender. Drei Partien der Reservisten werden umdekliniert, damit die Juvenil-Cracks am 17. April in Lausanne zur Final Four der UEFA Youth League antreten können. Gegner Colonia Moscardó und Ourense CF protestierten – vergeblich.
Madrids doppelbelastung wird zur pflicht
Der Grund liegt auf dem Rasen: Fünf Akteure aus Castilla und dem C-Team liefen in allen Youth-League-K.o.-Spielen durch. Ohne sie droht im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain personeller Kahlschlag. Die RFEF sieht darin eine „zwingende sportliche Notwendigkeit“ und stützt sich auf die Statuten, die internationale Einsätze vorrangig behandeln.
Die Betroffenen sind sauer. Colonia Moscardó muss am Montag, 14. April, statt am Wochenende ran – mitten in der Aufstiegsjagd. Ourense CF verliert seinen Heimvorteil gegen Castilla, weil das Spiel ebenfalls auf den 14. vorgezogen wird. Beide Klubs wandten ein, sie hätten bereits Busse geordert und Fan-Termine fixiert. Die Antwort aus Madrid: Der Spielplan bleibe in der Reihenfolge erhalten, lediglich das Datum weiche um Tage, nicht um Wochen.

11. April, 11 uhr – eine hinterhand für las palmas
Noch früher geht es für Real Madrid C gegen UD Las Palmas Atlético: Freitag, 11. April, 11.00 Uhr – ein Zeitfenster, das normalerweise nur Testspielen vorbehalten ist. Die Kanarischen Verantwortlichen reagierten mit einem sarkastischen „Gracias, RFEF“ auf Twitter und kündigten an, trotzdem eine Reisegruppe von 400 Anhängern zu organisieren. Die Logik der Föderation: Wer früher spielt, kann später nicht meckern.
Die Zahlen sprechen für Madrid. In den letzten fünf Jahren zogen spanische Klubs viermal ins Youth-League-Finale ein – dreimal gewannen sie. Die RFEF wittert Imagegewinn und TV-Millionen, sollte der Nachwuchs des Rekordmeisters den Titel holen. Dafür nimmt sie kleine Clubs als Collateralschaden in Kauf.

Pariser prüfung am 17. april, 18.45 uhr
Die U19 von Real Madrid trifft auf PSG, das mit Warren Zaïre-Emery und Senny Mayulu zwei Franzosen ins Mannschaftshotel schickt, die schon in der Ligue 1 debütierten. Auf der anderen Seite des Halbfinale-Tisches warten Benfica und Brügge. Das Finale steigt am 20. April – nur 72 Stunden nach dem letzten Castilla-Spiel. Die Physisch-Abteilung der Blancos arbeitet bereits mit Wettkampf-Analysten an einem Mikro-Zyklus, um die Spieler zwischen Lausanne und der Segunda B zu schiffen.
Die Botschaft ist klar: Der internationale Kalender setzt sich durch – egal, wie laut die Proteste aus der zweiten Reihe sind. Für Colonia Moscardó und Ourense bleibt nur ein Trost: Sollte Real Madrid die Jugend-Krone holen, fließt ein Teil der Prämie in die gemeinsame TV-Pool-Kasse. Geld, das wiederum ihren eigenen Kassen zugute kommt. Ein Trost, der bitter schmeckt, aber rechnet.
