Rekord ohne overtime: viertelfinals liefern 20 spiele, 20 entscheidungen

Die National League hat einen neuen Playoff-Merkposten: Noch nie seit Einführung der Viertelfinal-Serie wurden 20 Partien nacheinander ohne Verlängerung entschieden. Kein einziges Mal musste ein Match mit 3 gegen 3 oder Penaltysiegen ausgelotet werden – ein Novum, das Statistiker zum Stöhnen und Trainer zur Weißglut treibt.

Fribourg vs. rapperswil: der underdog trifft mitten ins herz

Der SC Rapperswil-Jona Lakers führt zweimal mit 2:1, doch der HC Fribourg-Gottéron antwortet mit Dampf. Seine drei Siege holt er jeweils mit mindestens zwei Toren Differenz. Spiel 7 steht am Freitag an – wer zittert, wer lacht, entscheidet sich in 60 Minuten Eishockey-Purzelbaum.

Dabei sind die Lakers alles andere ein Schmusekater. Mit Hüftcheck und Tempo zwingen sie die Freiburger in die Defensive. Trainer Craig Woodcroft rotiert seine Reihen so schnell, dass selbst die Anzeigetafel kaum mithält. Doch genau das macht die Serie unberechenbar: Fribourg kann dominant, Rapperswl kann überraschen.

Lausanne vor dem halbfinaleinzug – doch servette schreit zurück

Lausanne vor dem halbfinaleinzug – doch servette schreit zurück

Am Dienstagabend kann der Lausanne HC mit einem Sieg gegen Genève-Servette den Deckel draufmachen. Die Vorentscheidung liegt bei 3:2-Spielen, die Stimmung im Patinoire de Malley kocht schon jetzt auf 110 Dezibel. Doch Servette-Coach Patrick Emond warnt: „Wir haben nichts zu verlieren, nur zu gewinnen.“

Die bisherige Bilanz: zwei knappe 3:2-Erfolge auf jeder Seite. Die Tore fallen spät, die Goalies halten ihr Team mit Glanzparaden über Wasser. Die Frage ist nicht, ob es erneut eng wird, sondern ob Lausannes Powerplay in der Schlussminute erneut zündet. Die Statistik spricht für Spannung, die Psyche für Katerstimmung.

Zsc lions nutzen die kleinen lücken – davos dreht drama in 87 sekunden

Zsc lions nutzen die kleinen lücken – davos dreht drama in 87 sekunden

Die ZSC Lions haben beide knappen Spiele gegen Davos für sich verbucht, obwohl das HC Davos-Team in der Regular Season als Top-Favorit galt. Besonders spektakulär: Spiel eins, als Davos 57 Minuten lang führte, dann aber binnen 87 Sekunden alles verschenkte. Andres Ambühl schnürt den Treffer zum 3:2-Sieg – ein Klassiker, der in die Geschichtsbücher eingeht.

Die Zürcher profitieren von einer Mischung aus Erfahrung und Jugend. Verteidiger Christian Marti blockt Schüsse, als gäbe es kein Morgen, während Stürmer Sven Senteler mit Tempo die Abwehr auseinanderreißt. Davos wiederum muss sich fragen, warum die Führung nicht zu halten ist. Die Antwort liegt im Detail: zu viele Strafen, zu wenig Abschluss.

20 Spiele, 20 siege – kein tor in der verlängerung

20 Spiele, 20 siege – kein tor in der verlängerung

Diese Serie ohne Overtime ist kein Zufall. Die Teams spielen defensiver, riskieren weniger, umso wichtiger sind Standards. Die Tore fallen meist nach Abprallern, nach Powerplays, nach Rebounds. Die Goalies bestimmen das Bild, die Taktik den Rhythmus. Fans erleben Spannung pur, Statistiker vermissen das Extra-Minutendrama.

Die Frage bleibt: Welches Team bricht den Fluch? Fribourg, Rapperswil, Lausanne oder doch Davos? Die Antwort folgt in den nächsten 72 Stunden – und dann steht endlich wieder die Uhr auf Overtime-Betrieb. Die Liga bittet zum Rekord-Marathon, die Zuschauer zur Nachschlagparty.